Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss wirklich ?

Ein Zeckenbiss kann gefährlich sein, da Zecken Krankheitserreger übertragen können. Die Risiken hängen von der Region, der Zeckenart und der Dauer des Saugakts ab. Hier eine Übersicht:

Hauptrisiken:
Lyme-Borreliose

Erreger: Bakterien (Borrelia burgdorferi und verwandte Arten).

Symptome:

Frühes Stadium: Wanderröte (Erythema migrans, eine kreisförmige Rötung um die Bissstelle).

Spätfolgen (unbehandelt): Gelenkentzündungen, neurologische Störungen, Herzbeteiligung.

Verbreitung: In Europa, Nordamerika und gemäßigten Klimazonen häufig.

Behandlung: Antibiotika sind bei frühzeitiger Diagnose wirksam.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Erreger: FSME-Virus (ein Flavivirus).

Symptome:

Grippeähnliche Beschwerden, in schweren Fällen Hirnhaut- oder Gehirnentzündung.

Verbreitung: Endemisch in Teilen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Osteuropas und Russlands.

Prävention: Impfung verfügbar (empfohlen in Risikogebieten).

Weitere Erkrankungen (seltener):

Anaplasmose und Babesiose (bakterielle/parasitäre Infektionen).

Rickettsiose (z. B. Mittelmeer-Fleckfieber).

Wann besteht Infektionsgefahr?
Übertragungszeit:

Borreliose: Übertragung meist erst nach 12–24 Stunden Saugzeit.

FSME: Viren können sofort nach dem Stich übertragen werden.

Nicht jede Zecke ist infiziert: In deutschen Risikogebieten tragen etwa 5–35% der Zecken Borrelien, FSME-Viren sind seltener (<5%).

Prävention:
Schutz vor Stichen:

Lange Kleidung, Zeckensprays (z. B. mit DEET oder Icaridin).

Körper nach Aufenthalt in Naturgebieten absuchen (Zecken bevorzugen warme, dünnhäutige Stellen wie Kniekehlen oder Leiste).

Richtiges Entfernen:

Zecke mit Pinzette gerade herausziehen, ohne sie zu quetschen.

Impfung:

FSME-Impfung für Personen in Endemiegebieten.

Wann zum Arzt?
Bei Wanderröte, Fieber, Kopfschmerzen oder neurologischen Symptomen nach einem Zeckenbiss.

Unklare Symptome innerhalb von 3–6 Wochen nach Biss abklären.

Fazit:
Ein Zeckenbiss ist nicht immer gefährlich, kann aber schwerwiegende Folgen haben. Das Risiko lässt sich durch schnelles Entfernen der Zecke, Schutzmaßnahmen und Aufmerksamkeit für Symptome deutlich reduzieren. In FSME-Risikogebieten ist eine Impfung ratsam

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