Ein US-Präsident als Betrüger und Lügner

Richard Nixon ist vor allem wegen seiner Lügen und der Vertuschung im Zusammenhang mit dem Watergate-Skandal in Erinnerung geblieben. Hier sind die wichtigsten Punkte:
Der Watergate-Einbruch und die Vertuschung: Am 17. Juni 1972 brachen fünf Männer in das Hauptquartier des Democratic National Committee im Watergate Hotel ein, um Wanzen zu installieren und Dokumente zu fotografieren. Diese Männer standen in Verbindung mit Nixons Wiederwahlkampagne (Committee to Re-elect the President, CREEP). Nixon selbst bestritt zunächst jegliche Beteiligung oder Kenntnis des Einbruchs und der nachfolgenden Vertuschungsversuche.
Öffentliche Leugnung: Nixon erklärte wiederholt öffentlich, dass niemand im Weißen Haus oder in seiner Regierung in diesen "bizarren Vorfall" verwickelt sei. Ein berühmtes Zitat von ihm lautet: "I am not a crook" (Ich bin kein Gauner).
Die "Smoking Gun" Bänder: Nixon hatte heimlich Gespräche im Oval Office aufgezeichnet. Diese Tonbänder wurden später im Verlauf der Ermittlungen entdeckt und enthielten entscheidende Beweise für seine direkte Beteiligung an der Vertuschung des Watergate-Einbruchs. Insbesondere ein Band vom 23. Juni 1972 ("Smoking Gun" Tape) zeigte, dass Nixon selbst Anweisungen gab, die FBI-Ermittlungen zu behindern, indem er die CIA einschaltete.
Behinderung der Justiz: Nixon versuchte, die Justiz zu behindern, indem er die Herausgabe der Bänder verweigerte und die Entlassung von Sonderermittler Archibald Cox anordnete (das sogenannte "Saturday Night Massacre").
Lügen im Vietnamkrieg: Es wurde auch bekannt, dass Nixon über die tatsächliche Wirksamkeit der US-Bombenkampagnen in Südostasien gelogen hatte. Interne Memos zeigten, dass er wusste, dass die Kampagnen "zilch" (nichts) erreichten, während er öffentlich das Gegenteil behauptete, um seine Wiederwahlchancen zu verbessern.
Die Enthüllungen über Nixons Lügen und seine Rolle in der Vertuschung führten zu einem Amtsenthebungsverfahren durch das Repräsentantenhaus. Um einer wahrscheinlichen Amtsenthebung zu entgehen, trat Richard Nixon am 9. August 1974 als erster und bisher einziger US-Präsident von seinem Amt zurück. Die Affäre führte zu einem massiven Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in die Regierung.
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