Brasilianische Wanderspinne: Acht Beine, ein Schauer – die tödlichste Spinne der Welt.

Die brasilianische Wanderspinne (Phoneutria spp.) – ein Name, der bei vielen Menschen einen Schauer des Respekts und der Angst auslöst. Sie gilt als eine der giftigsten Spinnen der Welt und verkörpert wie kaum ein anderes Tier die wilde, unbändige Natur ihres Heimatkontinents.

 

Herkunft und Lebensraum

 

Wie ihr Name bereits andeutet, ist die brasilianische Wanderspinne in den tropischen Regionen Südamerikas beheimatet, insbesondere in den ausgedehnten Regenwäldern und den Feuchtgebieten Brasiliens. Aber auch in anderen Ländern wie Kolumbien, Peru, Ecuador und Argentinien sind einige der insgesamt acht bekannten Arten zu finden.

Ihr natürlicher Lebensraum sind die dichten Wälder, wo sie am Boden oder auf Vegetation jagt. Im Gegensatz zu vielen anderen Spinnenarten bauen sie keine Netze, um Beute zu fangen. Stattdessen sind sie aktive Jäger, die nachts auf Streifzüge gehen, um Insekten, kleine Amphibien oder Reptilien zu überwältigen. Tagsüber verstecken sie sich oft unter Steinen, Baumstämmen oder in Bananenstauden.

Genau dieses Verhalten – das „Wandern“ – führt leider dazu, dass die Spinne gelegentlich in die Nähe von menschlichen Siedlungen gelangt. Sie sucht Schutz in dunklen, feuchten Ecken, beispielsweise in Häusern, Garagen, Kleiderhaufen oder – ein besonders gefürchtetes Szenario – in Schuhpaaren.

 

Ein Jäger ohne Netz: Aussehen und Verhalten

 

Die brasilianische Wanderspinne ist eine beeindruckend große Spinne. Ihr Körper kann bis zu 5 cm lang werden, während die Beinspannweite bis zu 15 cm erreichen kann. Ihr Erscheinungsbild ist robust und behaart, oft in Brauntönen gehalten. Charakteristisch sind ihre kräftigen Beine und die acht Augen, die in einer markanten Doppelreihe angeordnet sind.

Wenn sie sich bedroht fühlt, nimmt sie eine unverkennbare Drohhaltung ein: Sie richtet sich auf, streckt die Vorderbeine in die Höhe und zeigt ihre furchteinflößenden, dunkelroten Kieferklauen (Cheliceren). Dies ist eine deutliche Warnung, die dem potenziellen Angreifer signalisiert, sich zurückzuziehen.

 

Das gefürchtete Gift

 

Das, was die brasilianische Wanderspinne weltweit bekannt gemacht hat, ist ihr hochwirksames Gift. Es ist ein komplexer Cocktail aus Neurotoxinen, der das Nervensystem angreift. Ein Biss ist extrem schmerzhaft und kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter:

Intensiver, brennender Schmerz an der Bissstelle

Schwellung und Rötung

Übelkeit, Schwindel und Erbrechen

Herzrhythmusstörungen

Eine einzigartige und medizinisch bedeutende Nebenwirkung bei männlichen Opfern ist der Priapismus, eine schmerzhafte und langanhaltende Erektion, die unbehandelt zu Gewebeschäden führen kann. Forschern ist es gelungen, die Verbindung zu isolieren, und sie erforschen derzeit, ob sie für medizinische Zwecke nutzbar gemacht werden kann.

Obwohl die Wanderspinne extrem giftig ist, sind Todesfälle bei Menschen sehr selten, da ein wirksames Gegengift existiert. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer schnellen medizinischen Behandlung nach einem Biss. Die Spinne beißt zudem nicht immer mit vollem Gift, da dies für sie eine kostbare Ressource ist. Dennoch gilt der Kontakt mit ihr als absoluter Notfall, der umgehend ärztliche Hilfe erfordert.

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