Flach und gefährlich: Was den Engelhai so einzigartig macht

Der Engelhai (Squatina squatina), auch Meerengel genannt, ist eine einzigartige Haiart, die sich deutlich von den bekannten Hochseehaien unterscheidet. Seine ungewöhnliche Lebensweise und sein Aussehen haben ihn zu einem faszinierenden, aber auch zu einem der am stärksten bedrohten Meeresbewohner gemacht.

 

Flach und gefährlich: Der verborgene Jäger

 

Der Engelhai ist perfekt an seine Umgebung am Meeresboden angepasst. Statt der typischen, stromlinienförmigen Körperform von Haien, hat er einen stark abgeflachten Körper und breite Brustflossen. Dies verleiht ihm eine rochenähnliche Gestalt, die ihm eine meisterhafte Tarnung im sandigen Untergrund ermöglicht.

Tarnung und Jagd: Der Engelhai verbuddelt sich vollständig im Sand, oft sind nur seine Augen und Atemöffnungen sichtbar. Er ist ein sogenannter Lauerjäger, der unauffällig auf kleine Fische, Krebse und Weichtiere wartet, die vorbeischwimmen. Sobald Beute in Reichweite ist, schnappt er blitzschnell zu.

Gefährlich? Für Menschen gilt der Engelhai im Allgemeinen als ungefährlich, da er friedlich und passiv ist. Er wird nur dann gefährlich, wenn man ihn versehentlich stört oder auf ihn tritt, während er im Sand vergraben ist. In diesem Fall kann er sich mit einem Biss verteidigen, der jedoch meist harmlos ist.

 

Vom Aussterben bedroht: Der stille Kampf

 

Früher war der Engelhai in den Gewässern von Skandinavien bis Nordafrika und im gesamten Mittelmeer verbreitet. Heute gilt er in vielen dieser ursprünglichen Lebensräume als regional ausgestorben. Die Hauptgründe für seine Seltenheit sind:

Überfischung: Seine bodenbewohnende Lebensweise macht ihn besonders anfällig für die Fischerei mit Grundschleppnetzen, da er oft als unerwünschter Beifang endet.

Langsame Fortpflanzung: Engelhaie pflanzen sich sehr langsam fort. Sie sind ovovivipar, was bedeutet, dass sie lebende Junge zur Welt bringen. Diese geringe Geburtenrate macht die Erholung der Populationen nach starken Rückgängen sehr schwierig.

Zerstörung des Lebensraums: Durch die zunehmende Meeresverschmutzung, den Massentourismus und die Zerstörung von Seegraswiesen wird sein natürlicher Lebensraum weiter verkleinert.

Die größte verbliebene Population befindet sich heute vor den Kanarischen Inseln, wo er unter strengem Schutz steht. Organisationen wie der WWF und das Angel Shark Conservation Network setzen sich dafür ein, dass dieses einzigartige Raubtier nicht komplett von unserem Planeten verschwindet.

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