Trendgetränk Matcha Latte wird immer knapper
Matcha Latte wird immer knapper, und die Preise steigen. Das ist ein weltweites Phänomen, das verschiedene Ursachen hat:
Gründe für die Matcha-Knappheit

Explosion der Nachfrage: Matcha hat sich in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch soziale Medien und Influencer, zu einem absoluten Trendgetränk entwickelt. Die globale Nachfrage nach dem grünen Pulver ist förmlich explodiert, und es wird nicht nur für Getränke, sondern auch in Desserts, Backwaren und sogar Kosmetika verwendet. Die Produzenten in Japan, dem Hauptanbaugebiet, können mit dieser rasanten Zunahme einfach nicht mithalten.
Aufwendiger Anbau und Produktion:
Spezialisierte Anbauweise: Für hochwertigen Matcha werden die Teepflanzen (Tencha) vor der Ernte beschattet. Dieser arbeitsintensive Prozess erhöht den Chlorophyll- und Aminosäuregehalt, was dem Matcha seine leuchtend grüne Farbe und den Umami-Geschmack verleiht. Solche spezialisierten Teeplantagen sind begrenzt.
Handarbeit und langwierige Verarbeitung: Die feinsten Blätter werden oft von Hand gepflückt. Das anschließende Mahlen der Teeblätter zu feinem Pulver erfolgt traditionell mit Steinmühlen, die sehr langsam arbeiten (weniger als 60 Gramm pro Stunde). Eine schnelle Industrialisierung ist hier ohne Qualitätseinbußen kaum möglich.
Begrenzte Erntezyklen: Hochwertiger Matcha wird oft nur einmal im Jahr geerntet. Bei steigender Nachfrage kann die Produktion nicht einfach kurzfristig erhöht werden.
Herausforderungen in der japanischen Landwirtschaft:
Alternde Teebauern: Viele ältere Teebauern in Japan finden keine Nachfolger für ihre Betriebe, da jüngere Generationen oft in die Städte abwandern. Das führt zu einem Rückgang der Anbaufläche und der Produktionskapazität.
Klimawandel: Extreme Wetterbedingungen, wie Rekordhitze und Dürreperioden in Japan, können die Tee-Ernten negativ beeinflussen und die Erträge mindern.
Horten und Tourismus:
Eine gewisse "Panikkäufe" durch Matcha-Liebhaber, die Vorräte anlegen, verschärft die Situation zusätzlich.
Der Rekordtourismus in Japan trägt ebenfalls zur Knappheit bei, da viele Touristen Matcha zu Hause als günstiger empfinden und in größeren Mengen kaufen.
Auswirkungen der Knappheit

Steigende Preise: Die Preise für Matcha sind in den letzten Monaten und Jahren deutlich gestiegen, teilweise um bis zu 40 Prozent oder mehr.
Lieferengpässe: Viele Händler und Cafés haben Schwierigkeiten, ausreichend Matcha zu bekommen, und einige bekannte Marken mussten bereits Verkaufsbeschränkungen einführen oder Produkte vorübergehend aus dem Sortiment nehmen.
Suche nach Alternativen: Es gibt Bestrebungen, den Anbau von Matcha auch in anderen Ländern wie China, Taiwan, Südkorea oder den USA zu fördern, um die Abhängigkeit von Japan zu verringern. Allerdings erreichen diese Produkte geschmacklich und qualitativ oft noch nicht das Niveau des japanischen Zeremonien-Matchas.
Die Matcha-Knappheit ist also ein komplexes Problem, das durch eine Kombination aus gestiegener Nachfrage, aufwendiger Produktion und Herausforderungen in der Landwirtschaft entsteht.
Weiter Lesen
