Epstein-Barr Virus: Ursachen, Symptome und Spätfolgen

 

Epstein-Barr Virus (EBV): Ursachen, Symptome und Spätfolgen
Ursachen
Virus-Typ: EBV gehört zur Familie der Herpesviren (Humanes Herpesvirus 4).

Übertragung:

Hauptsächlich durch Speichel („Kusskrankheit“), z. B. beim Küssen, Teilen von Besteck oder Trinkflaschen.

Selten durch Bluttransfusionen, Organtransplantationen oder sexuellen Kontakt.

Persistenz: Nach der Erstinfektion verbleibt EBV lebenslang im Körper (latent in B-Zellen und Epithelzellen).

Risikofaktoren: Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Stress, HIV oder Immunsuppressiva) kann Reaktivierung auslösen.

Symptome der akuten Infektion
Häufig asymptomatisch: Besonders bei Kindern verläuft die Infektion oft ohne Beschwerden.

Infektiöse Mononukleose („Pfeiffersches Drüsenfieber“):

Typische Symptome:

Starke Müdigkeit

Fieber

Halsschmerzen mit geschwollenen Mandeln

Geschwollene Lymphknoten (v. a. Hals und Nacken)

Kopf- und Gliederschmerzen

Milzvergrößerung (in 50 % der Fälle)

Leberentzündung (milde Hepatitis)

Inkubationszeit: 4–6 Wochen.

Dauer: Symptome klingen meist nach 2–4 Wochen ab, Müdigkeit kann länger anhalten.

Komplikationen (selten):

Milzriss (bei körperlicher Anstrengung während der Infektion).

Atemnot durch starke Mandelschwellung.

Neurologische Entzündungen (z. B. Meningitis).

Spätfolgen und Langzeitrisiken
EBV steht mit schweren Erkrankungen in Verbindung, tritt aber meist nur bei zusätzlichen Risikofaktoren auf:

Krebserkrankungen:

Burkitt-Lymphom (häufig in Malaria-Regionen durch Ko-Infektion mit Plasmodium).

Nasopharynxkarzinom (verbreitet in Ostasien).

Hodgkin-Lymphom, Magenkarzinome und lymphoproliferative Erkrankungen nach Transplantationen.

Autoimmunerkrankungen:

Multiple Sklerose (MS): EBV-Infektion gilt als größter bekannter Risikofaktor für MS.

Systemischer Lupus erythematodes (SLE).

Chronisches Erschöpfungssyndrom (ME/CFS): Bei einigen Patienten löst EBV anhaltende Fatigue aus.

Seltene Komplikationen:

Chronisch aktive EBV-Infektion: Lebensbedrohliche Entgleisung des Immunsystems.

Oral hairy leukoplakia: Weiße Zungenbeläge bei Immunschwäche (z. B. HIV).

Diagnose und Behandlung
Diagnose:

Bluttest auf EBV-Antikörper (IgM/IgG).

Monospot-Test (nachweisbar ab der 2. Krankheitswoche).

Therapie:

Keine Heilung möglich. Behandlung fokussiert auf Symptome:

Ruhe, Flüssigkeit, fiebersenkende Mittel.

Keine Antibiotika (Ampicillin löst oft Hautausschlag aus).

Bei schweren Verläufen Kortikosteroide.

Prävention:

Vermeiden von Speichelkontakt mit Infizierten.

Impfung: In Entwicklung, aber noch nicht verfügbar.

Zusammenfassung
EBV ist weit verbreitet (ca. 90 % der Erwachsenen infiziert), verursacht aber nur selten schwerwiegende Folgen. Wichtig sind Früherkennung bei Komplikationen und langfristige Beobachtung bei Risikopatienten. Bei anhaltender Fatigue oder unklaren Entzündungen sollte EBV als Auslöser in Betracht gezogen werden

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