Jenseits des Schnarchens: Schlaffalle Apnoe – Atemaussetzer, die dein Leben verändern.

Nächtliches Schnarchen wird oft als harmlos abgetan, doch es kann ein Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung sein: die Schlafapnoe. Bei diesem Syndrom kommt es während des Schlafs zu wiederholten Atemaussetzern, die teils über eine Minute andauern. Jede dieser Pausen führt zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut, einem kurzen Aufwecken des Gehirns und einem Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck. Obwohl sich die Betroffenen am Morgen meist nicht an die nächtlichen Störungen erinnern, sind die Folgen am Tag spürbar: chronische Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unbehandelt kann Schlafapnoe zu einem massiven Gesundheitsrisiko werden.

 

Wie äußert sich Schlafapnoe?

 

Die Symptome treten oft schleichend auf und werden von den Betroffenen selbst kaum wahrgenommen. Häufig sind es Partner oder Familienangehörige, die auf die nächtlichen Atemaussetzer und das laute, unregelmäßige Schnarchen aufmerksam machen.

Nächtliche Symptome:

Lautes, unregelmäßiges Schnarchen, oft unterbrochen von Stille (den Atemaussetzern).

Keuchen oder nach Luft schnappen nach den Atempausen.

Nachtschweiß und häufiges Wasserlassen.

Unruhiger Schlaf.

Tagesymptome:

Starke Tagesmüdigkeit, die oft als „Einschlafdrang“ beschrieben wird (Sekundenschlaf).

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.

Morgen-Kopfschmerzen.

Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen.

 

Behandlungsmöglichkeiten: Den Schlaf zurückerobern

 

Die Diagnose erfolgt in der Regel in einem Schlaflabor, wo nächtliche Vitalfunktionen wie Atmung, Herzfrequenz und Hirnaktivität überwacht werden. Glücklicherweise gibt es sehr effektive Behandlungsmethoden.

CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure): Dies ist die Standardtherapie und gilt als Goldstandard. Der Patient trägt während des Schlafs eine Maske, die über einen Schlauch mit einem kleinen Gerät verbunden ist. Das Gerät erzeugt einen leichten Überdruck in den Atemwegen, der verhindert, dass die Atemwege kollabieren. Die Therapie beseitigt Atemaussetzer und Schnarchen und stellt einen erholsamen Schlaf wieder her.

Unterkieferprotrusionsschienen (UPS): Für Patienten mit leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe, die durch das Zurückfallen der Zunge verursacht wird, kann eine Zahnschiene eine Alternative sein. Sie ähnelt einer Zahnspange und schiebt den Unterkiefer und die Zunge leicht nach vorne, um die oberen Atemwege offen zu halten.

Operative Eingriffe: In seltenen Fällen können chirurgische Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um die Atemwege zu erweitern, beispielsweise durch die Verkleinerung von Gaumensegel oder Mandeln.

Lebensstiländerungen: Gewichtsreduktion, der Verzicht auf Alkohol und Schlafmittel am Abend sowie eine Änderung der Schlafposition (z.B. das Schlafen auf der Seite) können die Symptome ebenfalls lindern.

Die Schlafapnoe ist eine behandelbare Krankheit. Wer die Symptome bei sich oder einem Angehörigen erkennt, sollte sich unbedingt an einen Arzt wenden. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie können nicht nur die Lebensqualität massiv verbessern, sondern auch langfristige Gesundheitsrisiken deutlich senken.

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