Schlupflider OP: Was Sie über den Eingriff wissen sollten
Die Oberlidstraffung, auch Blepharoplastik genannt, ist ein gängiger ästhetischer Eingriff, der dazu dient, Schlupflider zu korrigieren. Schlupflider entstehen, wenn überschüssige Haut, Fett oder Muskelgewebe am Oberlid herabhängen und das Auge optisch verkleinern oder sogar das Gesichtsfeld einschränken können.
Gründe und Vorteile einer Schlupflider-OP

Typische Gründe für eine OP:
Ästhetische Gründe: Der häufigste Grund ist ein müder, trauriger oder älterer Ausdruck der Augen, der durch die herabhängenden Lider verursacht wird. Viele Menschen wünschen sich einen wacheren und jugendlicheren Blick.
Funktionelle Gründe: In fortgeschrittenen Fällen können Schlupflider das Sichtfeld einschränken (insbesondere nach oben und zur Seite). Dies kann zu Kopfschmerzen (durch ständiges Hochziehen der Augenbrauen), Problemen beim Lesen oder sogar bei Tätigkeiten wie Autofahren führen.
Hygienische Gründe: Bei starker Hautfaltenbildung können sich in der Lidfalte Hautirritationen oder Entzündungen bilden.
Vorteile des Eingriffs:
Wacherer und jüngerer Ausdruck: Die Augen wirken offener, das Gesicht frischer und jugendlicher.
Verbessertes Sichtfeld: Bei funktionellen Einschränkungen wird das Gesichtsfeld erweitert.
Linderung von Beschwerden: Kopfschmerzen durch Anspannung der Stirnmuskulatur können reduziert werden.
Dauerhaftes Ergebnis: Die Ergebnisse einer Oberlidstraffung sind in der Regel dauerhaft.
Ablauf einer Oberlidstraffung (Blepharoplastik)

Die Oberlidstraffung ist ein relativ kleiner chirurgischer Eingriff, der meist ambulant durchgeführt wird:
Vorgespräch und Planung: Ein ausführliches Gespräch mit dem Chirurgen ist entscheidend. Hier werden die Erwartungen besprochen, die Augenregion analysiert und das Ausmaß des Eingriffs festgelegt. Auch mögliche Risiken und die Narkoseform werden erläutert.
Narkose: Der Eingriff wird meist unter lokaler Betäubung durchgeführt, oft kombiniert mit einem leichten Dämmerschlaf. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht notwendig, kann aber auf Wunsch des Patienten erfolgen.
Schnittführung: Der Chirurg markiert die Schnittführung exakt in der natürlichen Lidfalte. Dies sorgt dafür, dass die spätere Narbe nahezu unsichtbar ist und in der natürlichen Lidfalte verschwindet.
Entfernung von Haut und Gewebe: Überschüssige Haut wird präzise entfernt. Bei Bedarf werden auch kleine Mengen an Fettgewebe (Augenringe) oder Muskelgewebe korrigiert.
Verschluss: Die Haut wird sorgfältig vernäht, in der Regel mit feinen, nicht-resorbierbaren Fäden, die nach etwa einer Woche entfernt werden.
Dauer: Der Eingriff dauert pro Auge etwa 30 bis 60 Minuten.
Nach dem Eingriff: Patienten können die Klinik in der Regel noch am selben Tag verlassen. Kühlen der Augen ist wichtig, um Schwellungen und Blutergüsse zu minimieren.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Oberlidstraffung Risiken, die jedoch bei einem erfahrenen Chirurgen gering sind:
Schwellungen und Blutergüsse: Diese sind normal und bilden sich innerhalb von Tagen bis Wochen zurück.
Trockene Augen: Vorübergehend können die Augen trocken oder lichtempfindlich sein.
Missempfindungen: Taubheitsgefühle oder ein Spannungsgefühl können auftreten.
Infektionen: Selten, können aber bei mangelnder Hygiene auftreten.
Asymmetrien: In seltenen Fällen können geringfügige Asymmetrien bestehen bleiben.
Über- oder Unterkorrektur: Ein zu starker oder zu geringer Hautentzug kann selten vorkommen.
Funktionelle Einschränkungen: Extrem selten können vorübergehende Probleme beim Lidschluss oder Tränenfluss auftreten.
Kosten einer Schlupflider-OP

Die Kosten für eine Schlupflider-OP in Deutschland variieren stark und hängen von verschiedenen Faktoren ab:
Arzt/Klinik: Die Preise können je nach Ruf und Erfahrung des Chirurgen sowie der Ausstattung der Klinik variieren.
Umfang des Eingriffs: Wird nur Haut entfernt oder auch Fett- und Muskelgewebe korrigiert? Sind beide Augen betroffen?
Narkoseart: Lokalanästhesie mit Dämmerschlaf ist günstiger als eine Vollnarkose.
Region: Die Preise können in verschiedenen Regionen Deutschlands variieren.
Durchschnittliche Kosten in Deutschland: Für eine beidseitige Oberlidstraffung können Sie mit Kosten von ca. 1.800 Euro bis 3.500 Euro rechnen. Dieser Preis beinhaltet in der Regel das Honorar des Chirurgen, die Anästhesie und die Nachsorge.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Hier ist ein wichtiger Punkt:
Ästhetische Gründe: Erfolgt die Schlupflider-OP ausschließlich aus ästhetischen Gründen (um das Aussehen zu verbessern), handelt es sich um eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Die Kosten werden in diesem Fall nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Patienten müssen den Eingriff vollständig selbst bezahlen.
Medizinische Notwendigkeit: Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist nur bei einer medizinischen Notwendigkeit möglich. Dies ist der Fall, wenn die Schlupflider das Sichtfeld erheblich einschränken und somit die Sehkraft oder andere Alltagsfunktionen (z.B. Autofahren) beeinträchtigt sind.
Um dies nachzuweisen, ist in der Regel ein Gutachten eines Augenarztes erforderlich, das die funktionelle Beeinträchtigung objektiv bestätigt (z.B. durch Gesichtsfeldmessungen).
Selbst dann kann die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnen, wenn sie den Eingriff nicht für notwendig erachtet. Es ist ratsam, vorab eine schriftliche Zusage der Krankenkasse einzuholen.
Fazit: Eine Schlupflider-OP ist ein effektiver Eingriff, um die Augenregion zu verjüngen und bei Bedarf auch funktionelle Beeinträchtigungen zu beheben. Eine umfassende Beratung durch einen erfahrenen Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie oder einen Augenarzt mit Spezialisierung auf Lidchirurgie ist unerlässlich, um die individuellen Möglichkeiten, Risiken und Kosten transparent zu besprechen. Bedenken Sie, dass die Kostenübernahme durch die Krankenkasse nur bei einer nachweislich medizinischen Indikation erfolgt.
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