Mpox Virus : Pandemierisiko wächst

Das Risiko einer Pandemie durch das Mpox-Virus (ehemals Affenpocken) nimmt aufgrund mehrerer Faktoren zu. Hier eine strukturierte Übersicht:
1. Globale Ausbreitung und Reiseverkehr
Internationale Mobilität: Der starke Reiseverkehr ermöglicht eine schnellere Verbreitung des Virus über Ländergrenzen hinweg, wie der Ausbruch 2022 zeigte, der über 100 Länder außerhalb der endemischen Regionen Afrikas erfasste.
Neue Regionen: Das Virus wurde in Gebieten nachgewiesen, die zuvor nicht betroffen waren, was die Überwachung erschwert.
2. Urbanisierung und Verhaltensänderungen
Dichte Bevölkerungszentren: Städtische Ballungsräume begünstigen die Übertragung durch engen körperlichen Kontakt, der Hauptübertragungsweg des Virus (Hautkontakt, Körperflüssigkeiten).
Sexuelle Netzwerke: Der Ausbruch 2022 konzentrierte sich stark auf Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), was auf mögliche Verhaltensrisiken hinweist.
3. Virusevolution
Mutationen: Der aktuelle Stamm (Clade IIb, Westafrika) weist genetische Veränderungen auf, die die Anpassung an den Menschen begünstigen könnten. Bisher gibt es jedoch keine eindeutigen Belege für eine stark erhöhte Übertragbarkeit.
Risiko virulenterer Stämme: Sollte der tödlichere Clade I (Kongo-Becken) global zirkulieren, könnte dies die Gefahr deutlich erhöhen.
4. Nachlassende Immunität
Kreuzimmunität: Die Einstellung der Pockenimpfung (1980) hat die herdimmunitäre Barriere gesenkt. Ältere, geimpfte Bevölkerungsgruppen sind geschützter, jüngere jedoch anfälliger.
5. Zoonotische Reservoire und Spillover
Tierwirte: Nagetiere in Afrika gelten als natürliches Reservoir. Eine Ausbreitung auf Tierpopulationen in neuen Regionen (z. B. Europa) könnte dauerhafte Spillover-Ereignisse auslösen.
6. Herausforderungen im Gesundheitswesen
Ungleiche Ressourcen: In Ländern mit niedrigem Einkommen fehlt es oft an Impfstoffen, Tests und Therapien (z. B. Tecovirimat).
Stigmatisierung: Betroffene zögern möglicherweise, sich melden, was Untererfassung begünstigt.
7. Impfung und Prävention
Begrenzte Verfügbarkeit: Impfstoffe wie JYNNEOS® sind nicht global zugänglich, obwohl sie wirksam sind.
Zielgruppenstrategien: Gezielte Impfkampagnen in Risikogruppen könnten Ausbrüche eindämmen.
8. Öffentliches Bewusstsein
Fehlinformationen: Falschannahmen über Übertragungswege (z. B. Luftübertragung) behindern präventives Handeln.
Aufklärung: Klare Kommunikation zu Symptomen (Hautläsionen, Fieber) und Schutzmaßnahmen ist entscheidend.
Aktuelle Entwicklungen (2023)
Endemie in neuen Regionen: In einigen Ländern gibt es Hinweise auf anhaltende mensch-zu-Mensch-Übertragung ohne tierischen Ursprung.
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