Der Mythos von Unsinkbarkeit und die Nacht des Schreckens

Die Titanic war ein technisches Wunderwerk, ein schwimmender Palast, der als "praktisch unsinkbar" galt. Doch in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 kollidierte sie auf ihrer Jungfernfahrt mit einem Eisberg. Der Mythos zerbrach in nur wenigen Stunden, als das Schiff langsam in die eisigen Tiefen des Nordatlantiks sank.

Die Tragödie kostete über 1.500 Menschen das Leben. Es gab aber auch Überlebende, deren Schicksal untrennbar mit der Katastrophe verbunden ist.

 

Wer überlebte? Ein Blick auf die Passagierklassen

 

Die Überlebensrate war nicht zufällig verteilt, sondern spiegelte die soziale Hierarchie an Bord wider.

Erste Klasse: Hier war die Überlebensrate am höchsten. Viele Passagiere der ersten Klasse waren reiche Geschäftsleute, Prominente und hochrangige Offiziere, die bevorzugt Zugang zu den Rettungsbooten erhielten. Frauen und Kinder wurden zuerst in die Boote gelassen, was die Überlebensrate in dieser Klasse zusätzlich erhöhte.

Zweite Klasse: Die Überlebenschancen waren hier deutlich geringer als in der ersten Klasse, aber immer noch höher als in der dritten. Viele Überlebende aus der zweiten Klasse waren Lehrer, Journalisten oder kleinere Geschäftsleute.

Dritte Klasse: Die Überlebensrate war hier am niedrigsten. Die Passagiere der dritten Klasse, oft Auswanderer auf dem Weg in ein neues Leben in den USA, befanden sich in den untersten Decks des Schiffes. Viele von ihnen hatten keinen schnellen Zugang zu den oberen Decks und den Rettungsbooten. Es wird berichtet, dass der Zugang zu den Rettungsbooten für sie erschwert war.

 

Die Geschichten der Überlebenden

 

Die Geretteten hatten schwere körperliche und seelische Wunden zu tragen. Sie wurden von der RMS Carpathia, die Stunden später am Unglücksort eintraf, an Bord genommen und nach New York gebracht. Unter den Überlebenden waren Persönlichkeiten wie die Millionärin Margaret "Molly" Brown, die sich durch ihre Hilfsbereitschaft einen Namen machte. Sie half aktiv bei der Rettung von anderen Menschen und wurde später als "unsinkbare Molly Brown" bekannt. Auch der Zweite Offizier Charles Lightoller, der die Nacht im eiskalten Wasser verbrachte, überlebte die Katastrophe und berichtete später als Zeuge von den tragischen Ereignissen.

Ihre Geschichten, ob als Buch, Film oder Erzählung, haben das Gedächtnis an die Titanic bis heute lebendig gehalten. Sie sind eine Mahnung, dass selbst der größte Glaube an die Technik gegen die unerbittliche Kraft der Natur machtlos ist.

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