Rot, herb, unterschätzt: Die Vogelbeere – das neue Superfood aus dem eigenen Garten!
Lange Zeit fristete sie ein Schattendasein und galt bestenfalls als Vogelfutter. Doch die kleine, leuchtend rote Vogelbeere, die Frucht der Eberesche, erlebt eine verdiente Renaissance. Sie ist kein einfaches Wildobst, sondern ein wahres Kraftpaket voller Vitamine und Nährstoffe, das in der modernen Küche überraschend vielseitig eingesetzt werden kann. Vergessen Sie teure Exoten – das nächste Superfood wächst vielleicht direkt vor Ihrer Haustür.
Das größte Missverständnis rund um die Vogelbeere ist die Annahme, sie sei giftig. Das stimmt so nicht! Zwar enthalten die rohen Beeren Parasorbinsäure, die in größeren Mengen Magenbeschwerden verursachen kann. Doch durch Erhitzen wird diese Säure in die unbedenkliche Sorbinsäure umgewandelt. Genau aus diesem Grund sind Vogelbeeren perfekt zum Kochen, Backen und Verarbeiten. Ihr herber, leicht bitterer Geschmack harmoniert wunderbar mit Süße und ist eine exzellente Ergänzung zu vielen Gerichten.
Die Beere ist eine wahre Vitamin-C-Bombe, die sogar Zitronen in den Schatten stellt. Hinzu kommen wertvolles Provitamin A, Gerbstoffe und andere sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken. Am besten schmecken die Beeren übrigens nach dem ersten Frost, denn Kälte reduziert die Bitterstoffe. Wer nicht so lange warten will, kann die frisch geernteten Beeren einfach für 24 Stunden einfrieren.
Rezept: Herzhafte Vogelbeer-Marmelade mit Apfel

Diese Marmelade ist eine perfekte Kombination aus der Herbheit der Vogelbeere und der Süße des Apfels. Sie passt nicht nur aufs Frühstücksbrot, sondern auch hervorragend zu kräftigem Käse, Wildgerichten oder als Füllung für Gebäck.
Zutaten:
500 g reife Vogelbeeren
2 Äpfel (ca. 300 g), süße Sorten wie Braeburn oder Gala eignen sich gut
500 g Gelierzucker (1:1)
150 ml Apfelsaft
Saft einer halben Zitrone
Optional: Ein kleines Stück frischer Ingwer (ca. 1 cm), gerieben
Anleitung:
Vorbereitung: Waschen Sie die Vogelbeeren gründlich und entfernen Sie die Stiele. Schälen, entkernen und schneiden Sie die Äpfel in kleine Würfel.
Kochen: Geben Sie die Vogelbeeren, Apfelwürfel, Apfelsaft und Zitronensaft in einen großen Topf. Lassen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze für etwa 15-20 Minuten köcheln, bis die Äpfel und Beeren weich sind. Rühren Sie dabei gelegentlich um.
Pürieren: Nehmen Sie den Topf vom Herd und pürieren Sie die Masse mit einem Pürierstab, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ein leicht stückiges Ergebnis ist oft am besten.
Zuckern: Fügen Sie den Gelierzucker und optional den geriebenen Ingwer hinzu. Rühren Sie alles gut um, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
Fertigstellen: Bringen Sie die Marmelade unter ständigem Rühren zum Kochen. Lassen Sie sie mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen. Machen Sie eine Gelierprobe, indem Sie einen Teelöffel der heißen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wenn die Masse fest wird, ist die Marmelade fertig.
Abfüllen: Füllen Sie die noch heiße Marmelade sofort in saubere, sterilisierte Gläser und verschließen Sie diese fest. Stellen Sie die Gläser für 5-10 Minuten auf den Kopf, um ein Vakuum zu erzeugen.
Lassen Sie die Marmelade abkühlen und genießen Sie den einzigartigen Geschmack des Waldes, verpackt in einem Glas.
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