DNA-Spuren und Augenzeugen: Was die Wissenschaft wirklich über den Yeti weiß
Hier ist ein ausführlicher Blick auf den aktuellen Stand der Wissenschaft, die wichtigsten DNA-Analysen und die berühmtesten Sichtungen, die den Mythos des Schneemenschen bis heute am Leben erhalten.
DNA-Spuren und Augenzeugen: Was die Wissenschaft wirklich über den Yeti weiß

Seit Jahrhunderten berichten die Bewohner des Himalayas von einer riesigen, behaarten Kreatur, die in den unzugänglichen Höhen der Berge lebt. Doch was passiert, wenn man diese Legende mit modernster Labortechnik untersucht? Die Antwort der Wissenschaft ist ebenso ernüchternd wie faszinierend.
Die Macht der DNA: Das Ende eines Mythos?

In den letzten Jahren haben zwei große Studien versucht, dem Yeti mit Genanalysen auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis: Die „Beweise“ für ein unbekanntes Wesen entpuppten sich als sehr bekannte Tiere.
Die Lindqvist-Studie (2017): Die Biologin Charlotte Lindqvist untersuchte neun Proben (Knochen, Zähne, Haut und Haare), die aus Klöstern und Privatsammlungen stammten und dem Yeti zugeschrieben wurden.
Das Ergebnis: Acht der neun Proben stammten von lokalen Bärenarten (Himalaya-Braunbär, Tibetischer Braunbär und Asiatischer Schwarzbär). Die neunte Probe war die eines Hundes.
Die Sykes-Studie (2014): Der Oxford-Genetiker Bryan Sykes analysierte 36 Haarproben aus der ganzen Welt.
Das Ergebnis: Die meisten Proben stammten von Pferden, Kühen oder Wölfen. Doch zwei Proben aus dem Himalaya sorgten für Aufsehen: Sie stimmten mit der DNA eines über 40.000 Jahre alten Ur-Eisbären überein. Dies führte zur Theorie, dass der Yeti ein hybrider Nachfahre einer ausgestorbenen Bärenart sein könnte.
Berühmte Sichtungen und Spuren

Auch wenn die DNA oft gegen ein „Monster“ spricht, bleiben die Berichte von Augenzeugen das Herzstück der Legende.
1925 – N.A. Tombazi: Ein griechischer Fotograf beobachtete in 4.500 Metern Höhe eine aufrecht gehende, dunkle Gestalt ohne Kleidung. Er fand später Fußabdrücke, die menschenähnlich, aber deutlich größer waren.
1951 – Eric Shipton: Der Bergsteiger fotografierte am Menlung-Gletscher einen der berühmtesten Fußabdrücke der Geschichte: Er war etwa 30 cm lang, sehr breit und zeigte einen ausgeprägten großen Zeh. Kritiker vermuten jedoch, dass die Sonne den Abdruck eines kleineren Tieres (z. B. eines Fuchses oder Bären) im schmelzenden Schnee vergrößert hat.
2019 – Indische Armee: Über den offiziellen Twitter-Account meldete die indische Armee die Entdeckung von Yeti-Fußspuren (81 x 38 cm) nahe dem Makalu-Basislager. Wissenschaftler blieben jedoch skeptisch und verwiesen erneut auf Bären, die ihre Hinterpfoten in die Abdrücke der Vorderpfoten setzen, was eine „menschliche“ Spur vortäuscht.
Warum hält sich die Legende so hartnäckig?

Die Wissenschaft hat eine psychologische und biologische Erklärung:
Der „Bären-Effekt“: Viele Bärenarten im Himalaya können sich auf die Hinterbeine stellen und kurze Strecken aufrecht gehen. In der dünnen Luft und bei schlechter Sicht wirkt dies aus der Ferne erschreckend menschlich.
Kulturelle Bedeutung: Für die Sherpas ist der Yeti mehr als ein Tier; er ist ein fester Bestandteil ihrer Mythologie und Religion. Er symbolisiert die Gefahren der unberührten Wildnis.
Fazit der Wissenschaft: Bisher gibt es keinen genetischen Beweis für eine unbekannte Primatenart im Himalaya. Der Yeti ist biologisch gesehen höchstwahrscheinlich eine Mischung aus seltenen Bärenarten und der menschlichen Fantasie.
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