So funktioniert Hitzetraining

Hitzetraining, auch bekannt als Hitzeakklimatisierung, ist eine Trainingsmethode, bei der Sportler ihren Körper gezielt erhöhten Temperaturen aussetzen, um die physiologischen Anpassungen zu fördern, die die Leistungsfähigkeit in heißen Umgebungen verbessern und gleichzeitig das Risiko hitzebedingter Erkrankungen verringern. Die Vorteile können sich sogar auf die Leistung bei moderaten Temperaturen übertragen.

 

Wie funktioniert Hitzetraining?

 

Wenn Sie sich in einer heißen Umgebung sportlich betätigen, reagiert Ihr Körper auf verschiedene Weisen, um die Kerntemperatur zu regulieren und eine Überhitzung zu vermeiden. Durch wiederholte Exposition an Hitze passt sich der Körper an diese Belastung an. Die wichtigsten physiologischen Anpassungen umfassen:

Erhöhung des Plasmavolumens: Das ist eine der primären und schnellsten Anpassungen. Das Blutvolumen nimmt zu, insbesondere der flüssige Anteil (Plasma). Dadurch kann das Herz bei jedem Schlag mehr Blut pumpen und somit mehr Sauerstoff zu den arbeitenden Muskeln transportieren. Dies verbessert die kardiovaskuläre Effizienz und reduziert die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems.

Früherer und erhöhter Schweißbeginn: Der Körper beginnt früher und in größeren Mengen zu schwitzen. Da Schwitzen der Hauptmechanismus zur Kühlung des Körpers ist (durch Verdunstung), kann eine effizientere Schweißreaktion die Körpertemperatur besser kontrollieren.

Geringerer Elektrolytverlust im Schweiß: Die Zusammensetzung des Schweißes ändert sich, sodass weniger wichtige Elektrolyte (wie Natrium) verloren gehen. Dies hilft, das Elektrolytgleichgewicht und die Hydratation aufrechtzuerhalten.

Niedrigere Herzfrequenz: Für eine gegebene Intensität arbeitet das Herz ökonomischer, was bedeutet, dass die Herzfrequenz bei gleicher Leistung niedriger ist.

Niedrigere Körperkerntemperatur: Sowohl die Ruhe- als auch die Belastungskerntemperatur des Körpers sinken, was dem Körper mehr Puffer gibt, bevor kritische Temperaturen erreicht werden.

Verbesserte Durchblutung der Haut: Die Blutgefäße in der Haut weiten sich, um mehr Blut an die Oberfläche zu leiten, wo die Wärme effektiver an die Umgebung abgegeben werden kann.

Geringere Laktatakkumulation: Bei submaximaler Belastung kann die Ansammlung von Laktat in den Muskeln reduziert werden.

Mentale Stärke: Die Anpassung an die Unannehmlichkeiten der Hitze kann auch die mentale Belastbarkeit und Disziplin stärken.

 

Methoden des Hitzetrainings

 

Hitzetraining kann aktiv oder passiv erfolgen:

Aktives Hitzetraining: Hierbei trainieren Sie direkt in einer heißen Umgebung (z.B. draußen bei Hitze, in einer Klimakammer oder mit spezieller Hitze-Kleidung). Die Intensität sollte oft moderat sein, da die Hitze selbst eine zusätzliche Belastung darstellt.

Passives Hitzetraining: Dies beinhaltet die Exposition an Hitze ohne zusätzliche körperliche Anstrengung, oft nach einer Trainingseinheit. Beispiele sind heiße Bäder (ca. 40°C) oder Saunagänge für 15-30 Minuten. Auch passives Hitzetraining kann positive Anpassungen des Plasmavolumens bewirken.

Die Dauer der Anpassung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen, mit regelmäßigen Einheiten von etwa 45-60 Minuten pro Tag. Um die Effekte aufrechtzuerhalten, sind danach oft ein bis zwei Einheiten pro Woche ausreichend.

 

Wichtige Hinweise und Risiken

 

Hitzetraining sollte immer mit Vorsicht und nur bei voller Gesundheit durchgeführt werden. Es birgt Risiken wie:

Dehydration und Elektrolytverlust: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Training.

Hitzebelastung des Herz-Kreislauf-Systems: Bei Vorerkrankungen oder zu hoher Intensität kann dies gefährlich sein.

Hitzekrankheiten: Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, extreme Erschöpfung oder Verwirrtheit sind Warnsignale und erfordern sofortigen Abbruch des Trainings, Abkühlung und Flüssigkeitszufuhr. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Hitzschlag kommen, der ein medizinischer Notfall ist.

Ozonbelastung: Bei hohen Temperaturen kann auch die Ozonbelastung ansteigen, was die Atemwege reizen kann.

Es wird empfohlen, die Intensität langsam zu steigern und bei Bedarf einen Arzt oder Sportmediziner zu konsultieren, besonders wenn Sie Vorerkrankungen haben. Trainieren Sie am besten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, um die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

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