Wappentier vom Aussterben bedroht

Der Tasmanische Teufel, das Wappentier Tasmaniens, ist hauptsächlich wegen einer hochinfektiösen und tödlichen Krankheit vom Aussterben bedroht: der Devil Facial Tumour Disease (DFTD), auf Deutsch "Teufels-Gesichtstumor-Krankheit".
Hier sind die Hauptgründe, warum diese Krankheit so verheerend ist und den Tasmanischen Teufel an den Rand der Ausrottung gebracht hat:
Übertragbarer Krebs: DFTD ist eine seltene Form von Krebs, die sich wie eine ansteckende Krankheit von Tier zu Tier ausbreitet. Es handelt sich um eine der wenigen bekannten übertragbaren Krebsarten im Tierreich.
Übertragung durch Bisse: Die Krankheit wird hauptsächlich durch Bisse bei sozialen Interaktionen übertragen, wie sie beim Fressen oder bei Paarungskämpfen vorkommen. Da Tasmanische Teufel für ihr raues Verhalten bekannt sind und oft in Gruppen um Aas kämpfen, ist die Übertragung sehr effizient.
Gesichtstumore: Die Krankheit äußert sich durch sichtbare Tumore, die sich um das Maul, das Gesicht und den Hals der Tiere bilden. Diese Tumore können sehr groß werden und beeinträchtigen die Fähigkeit der Tiere, zu fressen.
Fast immer tödlich: Sobald die Tumore auftreten, ist die Krankheit fast immer tödlich. Die betroffenen Teufel sterben in der Regel innerhalb weniger Monate (oft 3-6 Monate) an Hunger oder Organversagen, da die Tumore das Fressen unmöglich machen.
Geringe genetische Vielfalt: Ein weiterer Faktor, der die Tasmanischen Teufel besonders anfällig macht, ist ihre geringe genetische Vielfalt. Dies bedeutet, dass ihre Immunsysteme den Krebszellen nicht effektiv begegnen können, da die Tumorzellen von einem Tier zum anderen übertragen werden, ohne vom Immunsystem als fremd erkannt zu werden.
Drastischer Populationsrückgang: Seit dem ersten Auftreten der Krankheit in den 1990er Jahren ist die Population der Tasmanischen Teufel drastisch zurückgegangen, in einigen Gebieten um bis zu 90 Prozent.
Andere Bedrohungen (sekundär zur DFTD, aber relevant):
Verkehrsunfälle (Roadkill): Tasmanische Teufel sind nachtaktiv und werden häufig von Fahrzeugen überfahren, insbesondere wenn sie Aas am Straßenrand fressen.
Lebensraumverlust: Auch der Verlust ihres natürlichen Lebensraums durch menschliche Aktivitäten spielt eine Rolle.
Wettbewerb mit eingeführten Raubtieren: Obwohl dies in Tasmanien weniger ein Problem ist als auf dem australischen Festland (wo sie durch Dingos verdrängt wurden), können Füchse und Wildkatzen eine Rolle spielen.
Es gibt große Anstrengungen, um den Tasmanischen Teufel zu retten, darunter Zuchtprogramme in Gefangenschaft (um eine gesunde Population als "Versicherung" zu erhalten) und die Forschung an Impfstoffen oder resistenten Tieren. Die Krankheit ist jedoch eine enorme Herausforderung für den Fortbestand dieser einzigartigen Art.
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