Was hilft bei Arthrose der Fingergelenke?

Arthrose der Fingergelenke ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel in den Fingergelenken abgebaut wird. Dies führt zu Schmerzen, Steifheit, Schwellungen und einer eingeschränkten Beweglichkeit. Obwohl Arthrose nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungsansätze, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

1. Konservative (Nicht-Medikamentöse) Behandlungen:

Physio- und Ergotherapie: Dies ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung.

Gelenkschonende Bewegungen: Erlernen Sie, gelenkschonende Bewegungen im Alltag auszuführen. Ergotherapeuten können dabei helfen, Arbeitsplatz und Alltagsaktivitäten anzupassen (z.B. spezielle Flaschenöffner, Schreibhilfen).

Fingergymnastik und Übungen: Gezielte Übungen zur Mobilisierung und Kräftigung der Hand- und Fingermuskulatur sind wichtig. Beispiele sind:

Ballen einer Faust und anschließendes Strecken der Finger (mit Softball, Schwamm oder Knetmasse).

Einzelnes Anheben und Senken der Finger.

Dehnübungen für Beuge- und Strecksehnen.

Wassergymnastik, da die Bewegung im Wasser oft als angenehmer empfunden wird.

Haltungsschulung: Eine bewusste Haltung im Alltag kann helfen, die Belastung der Gelenke zu minimieren.

Thermische Behandlungen:

Kälteanwendungen: Bei akuten Schmerzen und Entzündungen können Kältepacks, kühlende Salben oder Quarkwickel lindernd wirken.

Wärmeanwendungen: Bei chronischen Schmerzen kann Wärme (z.B. Paraffinbäder, Rotlicht, Kartoffelwickel) die Durchblutung fördern und Schmerzen lindern. Die Wahl zwischen Kälte und Wärme ist individuell.

Hilfsmittel und Orthesen: Spezielle Schienen oder Orthesen können die Gelenke stabilisieren und bei akuten Schmerzen kurzzeitig entlasten.

Ernährung: Eine entzündungshemmende Ernährung kann unterstützend wirken.

Empfohlen: Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch, Leinöl, Walnussöl), viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte (liefern Antioxidantien und Ballaststoffe). Lebensmittel mit Methylsulfonylmethan (MSM) wie Erdnüsse, Brokkoli, Zwiebeln und Knoblauch.

Vermeiden/Reduzieren: Fleisch, Wurst und tierische Fette, die entzündungsfördernde Arachidonsäure enthalten können. Zucker und Weißmehl.

Vermeidung von Überlastung: Bestimmte Tätigkeiten, die die Finger stark belasten (z.B. Auswringen von Putzlappen, intensive Gartenarbeit), sollten reduziert oder angepasst werden.

2. Medikamentöse Behandlungen:

Schmerzmittel und Entzündungshemmer (NSAR):

Rezeptfrei: Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac können kurzfristig Schmerzen lindern und Entzündungen reduzieren.

Verschreibungspflichtig: Bei stärkeren Schmerzen oder Entzündungen können stärkere NSAR oder andere Schmerzmittel vom Arzt verschrieben werden.

Topisch: Schmerzsalben und Cremes können lokal angewendet werden.

Pflanzliche Mittel: Präparate aus Brennnesselblättern, Weidenrinde, Teufelskralle, Pappelblättern oder Goldrutenkraut können entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken, oft mit einer gewissen Langzeitwirkung.

Injektionen ins Gelenk:

Kortison-Injektionen: Bei akuten Entzündungen können entzündungshemmende Kortison-Spritzen direkt ins Gelenk Linderung verschaffen.

Hyaluronsäure-Injektionen: Können die Gelenkschmiere verbessern und die Knorpelfunktion unterstützen.

ACP-Therapie (Eigenblutbehandlung): Hierbei wird aufbereitetes Eigenblut in das Gelenk injiziert, um körpereigene Heilungsprozesse anzuregen.

Orthokin-Therapie: Ähnlich der ACP-Therapie, fokussiert sich diese auf entzündungshemmende Eiweiße aus dem Eigenblut.

3. Weitere Therapieoptionen:

Röntgentiefenbestrahlung: Eine Bestrahlung kann entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Lasertherapie: Kann zur Schmerzlinderung und Förderung der Heilung eingesetzt werden.

Stammzellentherapie: Eine relativ neue und experimentelle Methode, bei der Stammzellen in das Gelenk injiziert werden, um die Knorpelregeneration zu unterstützen.

Akupunktur: Kann im Einzelfall zur Schmerzlinderung erwogen werden.

4. Chirurgische Maßnahmen (Operation):

Eine Operation wird in der Regel erst in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen keine ausreichende Linderung mehr bieten oder die Funktion der Hand erheblich beeinträchtigt ist. Die Art des Eingriffs hängt vom betroffenen Gelenk und dem Schweregrad der Arthrose ab:

Gelenkversteifung (Arthrodese): Dies führt zu einem Verlust der Beweglichkeit im betroffenen Gelenk, kann aber Schmerzen vollständig beseitigen und die Stabilität verbessern. Sie wird oft bei den Endgelenken der Finger angewendet, wo der Bewegungsverlust weniger Auswirkungen auf die Gesamtfunktion hat.

Gelenkersatz (Arthroplastik): Hierbei wird das geschädigte Gelenk durch ein künstliches Gelenk (aus Metall, Kunststoff oder Silikon) ersetzt. Dies wird oft bei den mittleren Gelenken oder den Grundgelenken der Finger angewendet, um die Beweglichkeit zu erhalten.

Mikrochirurgische Denervierung: Eine präzise Operation, bei der schmerzleitende Nervenfasern durchtrennt werden, um Schmerzen zu lindern, ohne das Gefühl in Haut und Fingern zu beeinträchtigen.

Es ist wichtig, dass Sie bei Schmerzen oder Einschränkungen in den Fingergelenken einen Arzt (Orthopäden oder Handchirurgen) aufsuchen. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen, der auf Ihre spezifischen Bedürfnisse und den Schweregrad Ihrer Arthrose zugeschnitten ist.

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