Achtung Jodmangel bei Jugendlichen und Kindern

Jodmangel bei Kindern und Jugendlichen ist ein ernstes Thema, das in vielen Regionen, auch in Deutschland, wieder an Bedeutung gewinnt. Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper zur Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt. Diese Hormone sind für viele Prozesse im Körper unerlässlich, insbesondere für das Wachstum und die geistige Entwicklung.

 

Ursachen für Jodmangel

 

Die Hauptursache für Jodmangel ist eine unzureichende Aufnahme über die Nahrung. Da Jod in vielen Böden und Gewässern fehlt, sind regionale Lebensmittel oft jodarm. Infolgedessen hängt die Jodversorgung stark von der bewussten Verwendung von jodiertem Speisesalz und dem Verzehr von jodreichen Lebensmitteln ab.

Ernährung: Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die selten Fisch oder Meeresfrüchte essen, kann eine Unterversorgung entstehen. Auch eine vegane oder vegetarische Ernährung ohne gezielte Ergänzung kann zu einem Mangel führen.

Geringe Verwendung von Jodsalz: Obwohl jodiertes Speisesalz eine einfache Lösung wäre, wird es in vielen Haushalten und der Lebensmittelindustrie nicht konsequent genug eingesetzt.

 

Symptome eines Jodmangels

 

Die Symptome eines Jodmangels entwickeln sich oft schleichend und werden daher leicht übersehen. Sie können das körperliche und geistige Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen:

Schilddrüsenvergrößerung (Kropf): Dies ist das bekannteste Anzeichen. Die Schilddrüse versucht, den Jodmangel auszugleichen, indem sie wächst, um mehr Jod aus dem Blut aufnehmen zu können. Ein Kropf kann als sichtbare Schwellung am Hals erkennbar sein.

Müdigkeit und Konzentrationsschwäche: Die Schilddrüsenhormone beeinflussen den Energiestoffwechsel. Ein Mangel kann zu ständiger Müdigkeit, Antriebslosigkeit und einer verminderten Leistungsfähigkeit in der Schule führen.

Wachstumsstörungen: Bei schwerem Jodmangel kann das körperliche Wachstum beeinträchtigt werden.

Schwierigkeiten beim Lernen: Jod ist für die Entwicklung des Gehirns von entscheidender Bedeutung. Ein Mangel kann die kognitiven Fähigkeiten und die geistige Entwicklung beeinträchtigen.

 

Folgen und Risiken

 

Ein anhaltender Jodmangel kann langfristig zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen:

Schilddrüsenunterfunktion: Die vergrößerte Schilddrüse kann ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen, was zu einer Unterfunktion führt (Hypothyreose).

Entwicklungsstörungen: In extremen Fällen, insbesondere bei einer Unterversorgung bereits im Mutterleib oder in den ersten Lebensjahren, können schwere, irreversible geistige Entwicklungsstörungen die Folge sein.

Schilddrüsenknoten: Ein chronischer Jodmangel erhöht das Risiko für die Bildung von Schilddrüsenknoten.

 

Vorbeugung und Empfehlungen

 

Um einem Jodmangel vorzubeugen, sind folgende Maßnahmen wichtig:

Jodsalz verwenden: Die einfachste und effektivste Maßnahme ist die konsequente Verwendung von jodiertem Speisesalz in der Küche.

Jodreiche Lebensmittel: Regelmäßiger Verzehr von Seefisch (z.B. Seelachs, Kabeljau) und Milchprodukten kann zur Jodversorgung beitragen.

Jodquellen beachten: Achten Sie beim Einkauf von verarbeiteten Lebensmitteln (Brot, Wurst, Käse) darauf, dass diese mit jodiertem Salz hergestellt wurden.

Nahrungsergänzungsmittel: Bei nachgewiesenem Mangel oder speziellen Ernährungsformen (z.B. vegan) kann eine gezielte Jod-Supplementierung in Absprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater sinnvoll sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Jodzufuhr, die je nach Alter variiert. Für Kinder und Jugendliche liegt sie zwischen 100 und 200 µg pro Tag. Bei Verdacht auf Jodmangel sollte immer ein Arzt konsultiert werden.

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