Londons Geisterhaus: Das Geheimnis des 50 Berkeley Square

In einer der wohlhabendsten Gegenden Londons, am Berkeley Square in Mayfair, steht ein Haus, das eine der berühmtesten Geistergeschichten der Stadt hervorgebracht hat: Nummer 50. Jahrhundertelang wurde es als „das am meisten verfluchte Haus Londons“ bezeichnet, ein Ort, der Besucher in Angst und Schrecken versetzte und dessen düstere Legenden noch heute Grusel-Fans anziehen.

Die Geschichten um das Haus reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Sie erzählen von einem jungen Mädchen, das sich im oberen Stockwerk zu Tode stürzte, um einer Zwangsehe zu entkommen, und dessen Geist seitdem dort spuken soll. Eine andere, besonders populäre Legende berichtet von einem grausamen Gärtner, der seine Nichte ermordete und sie in einem Kamin versteckte. Doch die berühmteste Erzählung handelt von einem Geist, der so furchterregend war, dass er die Seelen derer raubte, die ihm begegneten. Angeblich starben mehrere mutige Seeleute oder mutige Besucher, die in dem Haus übernachten wollten, entweder aus unerklärlichem Schock oder aus Angst.

Historisch gesehen waren diese Geschichten oft übertrieben oder frei erfunden. Moderne Forscher und Skeptiker weisen darauf hin, dass die Gerüchte hauptsächlich aus der Zeit stammen, als das Haus leer stand und in einem verwahrlosten Zustand war. Die unheimliche Atmosphäre, die von einem verlassenen Gebäude ausging, gepaart mit der Fantasie der Menschen, führte zu den makabren Geschichten. Viele der Behauptungen wurden erst Jahre später von Schriftstellern wie Elliott O'Donnell, der die Geschichten weiter ausschmückte, in Umlauf gebracht.

Heute beherbergt das Gebäude ein angesehenes Antiquariat, das Maggs Brothers. Die jetzigen Bewohner versichern, dass keine Geistererscheinungen mehr zu bemerken sind. Dennoch bleibt die Faszination für das 50 Berkeley Square als Inbegriff des Spukhauses bestehen und erinnert daran, wie sehr die Grenze zwischen Geschichte, Legende und Mythos verschwimmen kann.

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