Chikungunya-Virus in Mitteleuropa angekommen

Autochthone Fälle in Frankreich nahe der deutschen Grenze:
Die relevantesten aktuellen Nachrichten (Stand Juli 2025) beziehen sich auf einen autochthonen Chikungunya-Fall im Elsass, Frankreich, nahe der deutschen Grenze (Département Bas-Rhin, südlich von Straßburg). Dieser Fall wurde am 1. Juli 2025 von französischen Gesundheitsbehörden gemeldet. Der Patient hatte sich ausschließlich in den Gemeinden Lipsheim und Fegersheim aufgehalten und sich dort höchstwahrscheinlich durch den Stich einer infizierten Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke) angesteckt. Dies ist der erste Fall einer lokalen Übertragung im Nordosten Frankreichs.

Bedeutung für Deutschland:
Das Robert Koch-Institut (RKI) und andere Experten weisen darauf hin, dass die Bedingungen für eine lokale Übertragung des Chikungunya-Virus auch auf der deutschen Rheinseite und möglicherweise in weiteren Regionen Deutschlands gegeben sind, da die Asiatische Tigermücke in Baden-Württemberg und im Rhein-Main-Gebiet (Hessen, Rheinland-Pfalz) sowie punktuell in Bayern, Thüringen, Berlin und Nordrhein-Westfalen verbreitet ist.

Importierte Fälle in Deutschland:
Die überwiegende Mehrheit der Chikungunya-Fälle in Deutschland sind weiterhin importierte Fälle. Laut RKI wurden bis Anfang Juli 2025 bereits 75 importierte Fälle registriert (15 im April, 29 im Mai, 31 im Juni). Dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die meisten dieser Fälle wurden aus Mauritius, La Réunion und Sri Lanka importiert, wo es aktuell hohe Fallzahlen gibt.

Impfempfehlung der STIKO:
Als Reaktion auf die zunehmende Verbreitung des Virus und die Möglichkeit lokaler Übertragungen hat die Ständige Impfkommission (STIKO) im Juli 2025 erstmals eine Impfung gegen Chikungunya als Reiseimpfung empfohlen. Diese wird Reisenden ab 12 Jahren empfohlen, die in Gebiete mit aktuellem Chikungunya-Ausbruch reisen, sowie für bestimmte Risikogruppen bei längeren Aufenthalten in Endemiegebieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es in Deutschland bisher keine bestätigten autochthonen (im Inland erworbenen) Chikungunya-Fälle gibt, aber die Situation genau beobachtet wird, insbesondere aufgrund des Falls im nahegelegenen Elsass und der zunehmenden Verbreitung der Asiatischen Tigermücke. Importierte Fälle sind aktuell vermehrt zu verzeichnen.

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