Alcatraz: So übel war das berüchtigte San Francisco Gefängnis
Die Felseninsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco war für 29 Jahre, von 1934 bis 1963, das berüchtigtste Hochsicherheitsgefängnis der USA. Aufgrund seiner Lage und seiner strengen Regeln galt es als absolut ausbruchssicher und war die Endstation für die gefährlichsten Kriminellen des Landes.
So übel war das Gefängnis

Alcatraz war nicht für seine Brutalität im Sinne von körperlicher Gewalt bekannt, sondern für seine extreme psychologische Härte. Die Haftbedingungen waren so konzipiert, dass sie den Willen der Insassen brachen und jegliche Kommunikation oder Freiheitsbestrebungen im Keim erstickten.
Extreme Isolation: Die Häftlinge verbrachten 18 bis 23 Stunden pro Tag in winzigen Einzelzellen (ca. 1,5 x 2,7 Meter). Jegliche menschliche Interaktion wurde streng reglementiert. Sprechen war fast überall verboten, außer in der Kantine und am Arbeitsplatz.
Keine Privilegien: Das Gefängnis bot nur die grundlegendsten Lebensbedingungen wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft. Alle zusätzlichen Annehmlichkeiten wie Arbeit, Bibliothek oder Freizeitaktivitäten mussten sich die Insassen durch gutes Verhalten verdienen.
Psychologischer Druck: Die Insassen konnten vom Gefängnishof aus die nur 2 Kilometer entfernte Skyline von San Francisco sehen und die Schreie der Möwen sowie die Geräusche der Freiheit hören – eine ständige, qualvolle Erinnerung an das, was sie verloren hatten.
Die Warmwasserduschen: Im Gegensatz zu anderen Gefängnissen gab es in Alcatraz ausschließlich warmes Wasser zum Duschen. Das hatte jedoch einen strategischen Grund: Die Wärter wollten verhindern, dass sich die Häftlinge an das eiskalte Wasser der Bucht gewöhnten, was einen Fluchtversuch nahezu unmöglich machte.
Prominente Insassen

Alcatraz wurde zum Zuhause für einige der berüchtigtsten Verbrecher der amerikanischen Geschichte.
Al "Scarface" Capone: Der berüchtigte Gangsterboss aus Chicago saß von 1934 bis 1939 in Alcatraz ein. Er war einer der ersten und bekanntesten Insassen. In Alcatraz verlor er einen Großteil seiner Macht und war ständig Übergriffen von anderen Häftlingen ausgesetzt. Er wurde kooperativer und spielte sogar Banjo in einer Gefängnisband.
George "Machine Gun" Kelly: Ein berüchtigter Entführer und Bankräuber, dessen Spitzname von seinem bevorzugten Maschinengewehr stammte. Er verbrachte von 1934 bis 1951 seine Zeit in Alcatraz und galt als relativ kooperativer Häftling.
Robert Stroud, "The Birdman of Alcatraz": Stroud war ein verurteilter Mörder, der seine Leidenschaft für Vögel entdeckte und sich in seinem früheren Gefängnis zu einem bekannten Ornithologen entwickelte. In Alcatraz (von 1942 bis 1959) durfte er jedoch keine Vögel halten, was seinen Spitznamen dort zu einer traurigen Ironie machte. Er verbrachte 43 seiner insgesamt 54 Jahre Haft in Einzelhaft.
Alcatraz heute

Das Gefängnis wurde am 21. März 1963 wegen der hohen Betriebskosten und der maroden Bausubstanz geschlossen. Heute ist die Insel eine der beliebtesten Touristenattraktionen in San Francisco.
National Historic Landmark: Die Insel gehört zur Golden Gate National Recreation Area und wird vom National Park Service verwaltet. Sie ist ein Nationales Geschichtsdenkmal.
Beliebtes Ausflugsziel: Jährlich besuchen über eine Million Menschen die Insel. Geführte Touren, darunter auch Audio-Touren mit den Originalstimmen ehemaliger Wärter und Häftlinge, führen durch die Zellenblöcke, den Speisesaal und die Freizeiteinrichtungen.
Natur und Geschichte: Neben der dunklen Geschichte als Gefängnis dient die Insel heute auch als Brutstätte für Seevögel und bietet einen beeindruckenden Blick auf die Golden Gate Bridge und die Skyline von San Francisco.
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