Was sind die ersten Anzeichen bei Parkinson?

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, und die ersten Anzeichen können sehr subtil sein und oft unspezifisch, sodass sie leicht übersehen oder anderen Ursachen zugeschrieben werden. Sie lassen sich grob in motorische und nicht-motorische Symptome einteilen, wobei die nicht-motorischen Symptome oft Jahre vor den motorischen auftreten können.
Frühe motorische Anzeichen (oft einseitig beginnend):
Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese / Akinese): Dies ist ein Kernsymptom. Alltägliche Bewegungen werden langsamer und schwerfälliger. Dies kann sich äußern in:
Kleinere Handschrift (Mikrographie): Die Schrift wird kleiner und enger.
Fehlender Armschwung beim Gehen: Ein Arm schwingt beim Gehen nicht mehr oder weniger mit als der andere.
Schwierigkeiten bei feinmotorischen Aufgaben: Knöpfe schließen, Schuhe binden oder ähnliches dauert länger und wird schwieriger.
Veränderter Gang: Kleinere, schlurfende Schritte, Schwierigkeiten beim Drehen oder beim Starten einer Bewegung (Freezing).
Reduzierte Mimik (Hypomimie / Maskengesicht): Das Gesicht wirkt ausdrucksloser, das Blinzeln kann seltener werden.
Muskelsteifheit (Rigor): Eine erhöhte Muskelspannung, die zu Schmerzen oder einem Gefühl der Steifheit führen kann, oft in Nacken, Schultern, Armen oder Beinen. Bewegungen fühlen sich an, als würde man sie gegen einen Widerstand ausführen.
Ruhetremor (Zittern in Ruhestellung): Ein typisches, rhythmisches Zittern, das auftritt, wenn die betroffene Extremität (oft Finger, Hand oder Arm) in Ruhe ist. Es kann sich bei Stress verstärken und verschwindet oft bei gezielter Bewegung oder im Schlaf.
Haltungsinstabilität (posturale Instabilität): Probleme mit dem Gleichgewicht, die zu einer gebeugten Körperhaltung und erhöhter Sturzneigung führen können. Dies tritt oft erst in späteren Stadien auf, kann aber auch früh beginnen.
Frühe nicht-motorische Anzeichen (können Jahre vor den motorischen Symptomen auftreten):
Verlust des Geruchssinns (Hyposmie / Anosmie): Eine verminderte oder fehlende Fähigkeit, Gerüche wahrzunehmen, insbesondere bestimmte Gerüche wie Bananen, Essiggurken oder Lakritze.
Schlafstörungen:
REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Ausleben von Träumen durch Schreien, Schlagen oder Treten im Schlaf, da die normale Muskelerschlaffung während des Traumschlafs ausbleibt.
Einschlaf- und Durchschlafprobleme, nächtliche Unruhe oder vermehrte Tagesmüdigkeit.
Verdauungsprobleme: Chronische Verstopfung ist ein sehr häufiges frühes Symptom.
Stimmveränderungen: Eine leisere, monotonere oder heisere Stimme (Hypophonie).
Stimmungsschwankungen: Depressionen, Angststörungen, Antriebslosigkeit oder Reizbarkeit.
Schmerzen: Unspezifische Muskel- oder Gelenkschmerzen, oft im Nacken, Rücken oder in den Gliedmaßen.
Hautveränderungen: Eine fettige oder ölige Haut im Gesicht ("Salbengesicht").
Blasenprobleme: Häufiger Harndrang oder Probleme bei der Blasenentleerung.
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