Achtung - Portugiesische Galeere bedroht Urlaubsstrände

Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) ist eine faszinierende, aber auch gefährliche Meereskreatur, die, streng genommen, keine Qualle, sondern eine Kolonie von spezialisierten Polypen ist. Sie wird oft an europäische Küsten, insbesondere an der Atlantikküste und zunehmend auch im Mittelmeer, gespült und kann eine Bedrohung für Badegäste darstellen.
Aktuelle Situation (Stand Anfang August 2025):
Es gibt aktuelle Meldungen über Sichtungen von Portugiesischen Galeeren an europäischen Stränden im Jahr 2025, die zu Strandabsperrungen geführt haben:
Menorca (Balearen, Spanien): Am 6. Juni 2025 wurde am Strand von Cala en Porter auf Menorca eine Portugiesische Galeere entdeckt, woraufhin der Strand sofort gesperrt wurde. Generell kommt es auf den Balearen immer wieder zu Sichtungen und temporären Badesperren, obwohl die Portugiesische Galeere das warme Mittelmeerwasser schlecht verträgt und meist nur vereinzelt auftritt.
Französische Atlantikküste (Baskische Küste und Landes): Anfang August 2025 wurden mehrere Strände in Frankreich (u.a. in Bidart, Biarritz, Anglet, Seignosse, Lit-et-Mixe) gesperrt, nachdem Sichtungen der Portugiesischen Galeere gemeldet wurden. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf den lokalen Tourismus.
Die zunehmende Häufigkeit von Sichtungen im Mittelmeer wird von Meereswissenschaftlern oft mit dem Klimawandel und steigenden Wassertemperaturen in Verbindung gebracht, da diese Tiere normalerweise in tropischen und subtropischen Gewässern heimisch sind. Auch starke Winde und Strömungen können sie aus ihrem ursprünglichen Lebensraum im Atlantik an die Küsten spülen.
Symptome eines Kontakts mit einer Portugiesischen Galeere:
Ein Stich der Portugiesischen Galeere ist äußerst schmerzhaft und kann verschiedene Symptome hervorrufen:
Starke Schmerzen: Ein sofortiger, brennender Schmerz, oft vergleichbar mit einem Peitschenhieb oder einer Verbrennung.
Hautreaktionen: Rötungen, Striemen, Schwellungen, Blasenbildung und starker Juckreiz an den betroffenen Stellen. Die Striemen können dauerhafte Narben hinterlassen.
Allgemeine Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein.
Schwere Reaktionen: In seltenen Fällen, insbesondere bei Allergikern oder bei Kontakt mit einer großen Menge Gift, können lebensbedrohliche Symptome wie Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit oder sogar ein anaphylaktischer Schock auftreten. In solchen Fällen ist sofort ärztliche Hilfe (Notruf 112) erforderlich!
Verhalten bei Entdeckung einer Portugiesischen Galeere am Strand:
Abstand halten: Berühren Sie das Tier niemals, auch wenn es tot oder angeschwemmt aussieht! Die Nesselzellen bleiben auch außerhalb des Wassers und an abgerissenen Tentakeln lange aktiv und giftig.
Informieren Sie die Behörden: Melden Sie die Sichtung umgehend den örtlichen Strandwachen, der Küstenwache oder den zuständigen Behörden (z.B. Hotelpersonal, Touristeninformation). Oft werden dann Warnflaggen gehisst oder Strandabschnitte gesperrt.
Warnungen beachten: Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen der Rettungsschwimmer und beachten Sie Warnhinweise und Flaggen am Strand.
Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Stich:
Schnelles und korrektes Handeln ist entscheidend, um die Auswirkungen des Stiches zu minimieren:
Wasser verlassen: Bringen Sie die betroffene Person sofort aus dem Wasser und an einen sicheren Ort. Bei plötzlich einsetzenden starken Schmerzen besteht die Gefahr des Ertrinkens.
Nicht reiben oder spülen mit Süßwasser/Alkohol/Urin: Diese Mittel können dazu führen, dass weitere Nesselkapseln aufplatzen und mehr Gift freisetzen. Der Mythos, dass Urin hilft, ist wissenschaftlich widerlegt und kann die Situation verschlimmern.
Spülen mit Salzwasser oder Essig (wenn vorhanden): Spülen Sie die betroffene Stelle vorsichtig und gründlich mit Salzwasser (Meerwasser) ab. Bei einem Stich durch die Portugiesische Galeere ist heißes Wasser (ca. 40-45°C) oder Essig (5%ige Essigsäure) die effektivste Methode, um das Gift zu denaturieren und noch nicht entladene Nesselzellen zu deaktivieren. Tauchen Sie die betroffene Stelle für etwa 15-20 Minuten in heißes Wasser. (Achtung: Verbrennungsgefahr! Temperatur zuerst an gesunder Hautstelle testen.)
Tentakelreste entfernen: Wenn nach dem Spülen noch Tentakelreste auf der Haut haften, entfernen Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette, einer Kreditkarte (durch Abkratzen) oder den Fingern (wenn Sie Schutzhandschuhe tragen oder die Finger mit Sand bedecken können). Wichtig ist, die Reste nicht mit bloßen Händen anzufassen oder abzureiben.
Schmerzlinderung:
Kühlen Sie die Stelle nach der Heißwasser- oder Essigbehandlung mit einem Kühlpack (in ein Tuch gewickelt).
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können eingenommen werden.
Eine Antihistamin- oder Kortisonsalbe aus der Apotheke kann bei Hautreizungen Linderung verschaffen.
Arzt aufsuchen: Suchen Sie in jedem Fall ärztliche Hilfe auf, insbesondere wenn die Schmerzen sehr stark sind, die Hautreaktion ausgeprägt ist, allgemeine Symptome auftreten oder es sich um Kinder oder Personen mit Vorerkrankungen handelt. Bei Anzeichen eines Schocks oder Atemnot sofort den Notruf wählen.
Es ist ratsam, sich vor einem Strandbesuch über aktuelle Warnungen und Sichtungen von Quallen oder anderen gefährlichen Meerestieren in der jeweiligen Region zu informieren.
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