Preise für Fleisch steigen weiter
Die anhaltenden Preissteigerungen bei Fleisch sind auf ein komplexes Zusammenspiel verschiedener globaler und lokaler Faktoren zurückzuführen:
Hohe Produktionskosten:
Futterkosten: Die Preise für Tierfutter, insbesondere Getreide und Soja, sind in den letzten Jahren aufgrund von Ernteausfällen (durch Wetterextreme), geopolitischen Konflikten (z.B. Krieg in der Ukraine, der die Getreidemärkte beeinflusst hat) und einer erhöhten globalen Nachfrage stark gestiegen. Da Futter einen Großteil der Produktionskosten ausmacht, wirken sich diese Steigerungen direkt auf den Fleischpreis aus.
Energiepreise: Die Kosten für Energie (Strom, Gas, Kraftstoffe) sind ebenfalls gestiegen und beeinflussen alle Bereiche der Fleischproduktion – von der Aufzucht und Stallhaltung über die Schlachtung und Verarbeitung bis hin zum Transport und zur Kühlung.
Personalkosten: In vielen Ländern, einschließlich Deutschland, sind die Löhne im Agrar- und Verarbeitungssektor gestiegen, um den Fachkräftemangel zu begegnen und Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Tiergesundheit und Tierwohlauflagen: Strengere Vorschriften für Tierwohl und Tiergesundheit (z.B. größere Ställe, mehr Platz pro Tier, verbesserte Haltungsbedingungen) erfordern oft höhere Investitionen und laufende Kosten für die Landwirte, die sich ebenfalls im Endpreis niederschlagen.
Reduzierung des Tierbestands und Angebotsverknappung:
Strukturwandel in der Landwirtschaft: Viele kleinere Betriebe geben aufgrund von wirtschaftlichem Druck, Nachfolgeproblemen oder neuen Umweltauflagen auf. Dies führt zu einer Konsolidierung und oft auch zu einem Rückgang des gesamten Tierbestands.
Umweltauflagen: Insbesondere in Deutschland und der EU führen strengere Umwelt- und Klimaschutzauflagen (z.B. Nitratrichtlinie, Ammoniakemissionen, Güllemanagement) dazu, dass Betriebe ihre Tierbestände reduzieren oder bestimmte Investitionen tätigen müssen, was die Produktion erschwert und verteuert.
Krankheiten: Tierkrankheiten wie die Afrikanische Schweinepest (ASP) oder die Vogelgrippe können regional zu massiven Keulungen und einem drastischen Rückgang des Angebots führen, was die Preise in die Höhe treibt.
Globale Nachfrage und Export:
Auch wenn in einigen westlichen Ländern der Fleischkonsum tendenziell sinkt, steigt die globale Nachfrage, insbesondere in Schwellenländern. Dies führt dazu, dass Exportmärkte lukrativer werden und das Angebot im Inland knapper werden kann, was die Preise treibt.
Inflation und allgemeine Preissteigerungen:
Die allgemeine Inflation wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus und verteuert auch die Logistik, Verpackung und den Handel mit Fleischprodukten.
Prognosen für die zukünftige Preisentwicklung:

Es ist schwierig, exakte Prognosen zu treffen, da viele Faktoren (wie Wetterereignisse, geopolitische Entwicklungen oder neue politische Entscheidungen) unvorhersehbar sind. Allgemein wird jedoch erwartet, dass die Preise für Fleisch in den kommenden Jahren tendenziell hoch bleiben oder weiter leicht steigen werden.
Mittelfristig: Die strukturellen Probleme in der Landwirtschaft (hohe Kosten, Auflagen, Generationswechsel) werden nicht schnell gelöst sein, was weiterhin eine Angebotsknappheit bedeuten könnte. Auch die Unsicherheiten auf den globalen Rohstoffmärkten bleiben bestehen.
Langfristig: Die Debatte um Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierwohl wird weiter an Bedeutung gewinnen. Dies könnte zu weiteren Auflagen für die Fleischproduktion führen, was die Kosten potenziell weiter erhöht. Gleichzeitig könnte ein bewussterer Konsum und eine steigende Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen den Druck auf die Preise in gewisser Weise dämpfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuellen Preissteigerungen bei Fleisch ein Ergebnis von Angebotsverknappung, hohen Produktionskosten und globalen Marktbedingungen sind, und eine Entspannung der Lage ist kurzfristig nicht in Sicht.
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