Giftiger Fisch breitet sich rasant aus
Der Rotfeuerfisch (Pterois miles und Pterois volitans) breitet sich tatsächlich rasant aus, insbesondere im Mittelmeer und in der Karibik, wo er als invasive Art große Probleme für die heimischen Ökosysteme verursacht. Und ja, man kann ihn auch zubereiten!
Die rasante Ausbreitung des Rotfeuerfischs

Ursprünglich stammt der Rotfeuerfisch aus dem Indischen Ozean und dem Indopazifik. Seine Verbreitung in neuen Gebieten ist hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückzuführen:
Freisetzung aus Aquarien: Viele Rotfeuerfische waren beliebte Zierfische in Aquarien. Wenn sie zu groß wurden oder nicht mehr gehalten werden konnten, wurden sie oft in die Freiheit entlassen.
Ballastwasser von Schiffen: Larven oder Jungfische können über das Ballastwasser von Containerschiffen in neue Gewässer gelangen.
Klimawandel: Die Erwärmung der Meere, insbesondere des Mittelmeers, schafft ideale Bedingungen für die Ausbreitung dieser wärmeliebenden Art. Der Suezkanal dient dabei als wichtige Route für die sogenannte Lessepssche Migration aus dem Roten Meer ins Mittelmeer.
In den neuen Lebensräumen finden Rotfeuerfische kaum natürliche Fressfeinde. Gleichzeitig sind sie sehr gefräßig und vermehren sich schnell, was dazu führt, dass sie heimische Fischarten und Krebse stark dezimieren können. In einigen Gebieten, wie der Karibik, haben sie bereits bis zu 95 % der heimischen Arten verdrängt und gelten als echte Plage.
Vorsicht: Der Rotfeuerfisch ist giftig!

Der Rotfeuerfisch ist für seine auffälligen Flossen bekannt, die giftige Stacheln enthalten. Ein Stich ist extrem schmerzhaft und kann Symptome wie Taubheitsgefühl, Schwellungen, Rötungen, Blasenbildung, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen.
Wichtig bei Kontakt: Sollte man mit dem Gift in Kontakt kommen, ist es ratsam, ärztliche Hilfe zu suchen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird empfohlen, die betroffene Stelle für mindestens 30 Minuten in etwa 45°C warmes Wasser zu halten, da das Gift hitzeempfindlich ist.
Zubereitung: Eine schmackhafte Maßnahme gegen die Invasion

Trotz seines Gifts ist der Rotfeuerfisch essbar und gilt vielerorts sogar als Delikatesse. Sein Fleisch ist zart und mild und erinnert geschmacklich an Hühnchen. Die Zubereitung des Fisches wird sogar aktiv als Strategie zur Bekämpfung der invasiven Ausbreitung gefördert.
Wichtiger Hinweis zur Zubereitung: Das Gift befindet sich ausschließlich in den stacheligen Flossenstrahlen. Sobald diese vorsichtig und gründlich entfernt wurden (am besten mit Handschuhen und einer Schere), stellt der Verzehr keine Gefahr dar. Das Erhitzen des Fleisches (durch Kochen, Braten, Frittieren) zerstört zudem eventuell verbleibende Giftstoffe.
In Restaurants in betroffenen Regionen, wie der Karibik oder auch auf Kreta, steht der Rotfeuerfisch bereits auf der Speisekarte. Er kann gebacken, gebraten, frittiert oder sogar roh (z.B. als Ceviche oder Sashimi) zubereitet werden, vorausgesetzt, die giftigen Teile wurden fachgerecht entfernt.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, Rotfeuerfisch zu probieren?
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