Draculas Echo: Wie ein grausamer Herrscher zur unsterblichen Legende wurde

Die Legende von Dracula, dem Vampirfürsten, ist untrennbar mit dem Namen Vlad III. Drăculea verbunden, einem grausamen Herrscher aus dem 15. Jahrhundert, der als Vlad der Pfähler in die Geschichte einging. Seine Taten sind nicht das Werk eines übernatürlichen Monsters, sondern die eines skrupellosen Fürsten, der in einer brutalen Zeit lebte.

Vlad regierte über die Walachei, ein Fürstentum, das ständig zwischen den Mächten des Osmanischen Reiches und Ungarns zerrieben wurde. Um seine Macht zu sichern und sein Land zu verteidigen, schreckte Vlad vor keiner Grausamkeit zurück. Sein bevorzugter und namensgebender Terrorakt war das Pfählen seiner Feinde. Ob osmanische Soldaten, rebellische Adlige oder Kriminelle – er ließ sie auf Holzpfähle spießen und zur Abschreckung öffentlich ausstellen. Die Berichte über die Massenpfählungen, die unzähligen Opfer und die blutigen Schlachtfelder verbreiteten sich schnell und festigten seinen Ruf als Tyrann.

Doch wie wurde aus diesem historischen Herrscher eine der bekanntesten Figuren des Horrors? Der britische Schriftsteller Bram Stoker fand Ende des 19. Jahrhunderts in der Figur Vlads den idealen Ausgangspunkt für seinen Roman. Er las Berichte über die Brutalität Vlads und nutzte dessen Namen, um seinem Vampir eine dunkle, historische Tiefe zu verleihen. Stoker entlehnte Vlads Ruf der Grausamkeit und verwob ihn mit alten osteuropäischen Mythen über blutsaugende Untote. So verwandelte sich der Pfähler in den Vampir, der Walachei in Transsylvanien und ein historischer Schrecken in eine unsterbliche, fiktive Legende.

Das Echo von Vlads Grausamkeit hallt bis heute in der Figur Draculas nach. Jedes Mal, wenn wir über den Vampir sprechen, erinnern wir uns unbewusst an den grausamen Herrscher, dessen Blutdurst nicht nach Leben, sondern nach Macht verlangte und dessen Taten die Grundlage für eine der fesselndsten Horror-Geschichten aller Zeiten schufen.

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