Vorsicht vor dem falschen Marienkäfer: Asiatischer Marienkäfer

Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) wurde ursprünglich als biologischer Schädlingsbekämpfer, vor allem gegen Blattläuse, nach Europa und Nordamerika eingeführt. Was als gute Idee begann, hat sich jedoch vielerorts zu einem Problem entwickelt, denn er breitet sich rasant aus und erobert im Herbst sogar unsere Wohnungen.

 

Warum breitet sich der Asiatische Marienkäfer so schnell aus?

 

Hohe Fortpflanzungsrate: Der Asiatische Marienkäfer legt deutlich mehr Eier als der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer und hat mehrere Generationen pro Jahr.

Weniger Fressfeinde: Er enthält Alkaloide (Bitterstoffe), die ihn für viele Fressfeinde ungenießbar machen. Vögel und andere Insektenfresser meiden ihn.

Aggressives Verhalten: Er verdrängt heimische Marienkäferarten, indem er ihnen die Nahrung streitig macht und sogar deren Larven frisst.

Anpassungsfähigkeit: Er ist sehr anpassungsfähig und kommt mit verschiedenen Klimazonen und Lebensräumen zurecht.

 

Warum sucht er unsere Wohnungen auf?

 

Im Herbst, wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, sucht der Asiatische Marienkäfer Schutz für den Winter. Er ist auf der Suche nach warmen und geschützten Verstecken, um die kalte Jahreszeit zu überdauern. Und hier kommen unsere Häuser und Wohnungen ins Spiel:

Wärme und Schutz: Risse in Mauern, undichte Fenster, Spalten unter Dachziegeln oder Ritzen im Mauerwerk sind für ihn willkommene Einfallstore. Dort finden sie ideale Bedingungen, um in eine Art Winterstarre zu verfallen.

Pheromone: Die Käfer senden Aggregationspheromone aus. Das bedeutet, wenn ein Käfer einen geeigneten Überwinterungsplatz gefunden hat, lockt er durch diesen Duft viele Artgenossen an. So kann es passieren, dass sich innerhalb kürzester Zeit Hunderte oder Tausende von Käfern an einer Stelle versammeln.

Helle Farben: Sie werden oft von hellen, sonnenbeschienenen Hauswänden angezogen.

 

Probleme, die entstehen können

 

Geruchsbelästigung: Bei Störung sondern die Käfer ein gelbliches, übelriechendes Sekret ab, das unangenehme Gerüche verursacht und Flecken auf Wänden oder Möbeln hinterlassen kann.

Allergische Reaktionen: Bei manchen Menschen können die Sekrete allergische Reaktionen auslösen.

Ernteschäden: Im Weinbau kann der Asiatische Marienkäfer zum Problem werden, da er sich gerne auf reifen Trauben ansammelt. Wird er mitgeerntet, kann er den Weingeschmack negativ beeinflussen (Marienkäferton).

Obwohl der Asiatische Marienkäfer ein Nützling ist, der Schädlinge frisst, kann seine massenhafte Präsenz in den eigenen vier Wänden als Plage empfunden werden.

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