Gift-Alarm im Badesee: Warum Blaualgen zur tödlichen Gefahr werden können.

Das Wasser glitzert in der Sonne, die ideale Abkühlung an einem heißen Sommertag. Doch plötzlich verfärbt sich die Oberfläche grünlich oder bläulich und es bilden sich Schlieren. Das ist ein deutliches Warnsignal: Blaualgen. Was harmlos aussieht, kann eine ernsthafte Gefahr für Menschen und Tiere darstellen.

 

Was sind Blaualgen überhaupt?

 

Trotz ihres Namens sind Blaualgen keine Algen, sondern sogenannte Cyanobakterien. Diese Organismen sind in fast jedem Gewässer zu finden und unter normalen Umständen ungefährlich. Bei idealen Bedingungen – langanhaltend hohe Temperaturen, viel Sonnenschein und reichlich Nährstoffe im Wasser – vermehren sie sich jedoch explosionsartig. Dieses Phänomen wird als "Algenblüte" bezeichnet und verwandelt einen klaren Badesee in eine grüne, trübe Brühe.

 

Die verborgene Gefahr: Cyanotoxine

 

Das Problem ist, dass viele Blaualgen-Arten hochgiftige Stoffe produzieren, die sogenannten Cyanotoxine. Diese Gifte können je nach Art die Leber, das Nervensystem oder die Haut angreifen. Ein bloßer Kontakt mit dem Wasser reicht oft schon aus, um Symptome hervorzurufen, aber die eigentliche Gefahr besteht, wenn das Wasser verschluckt wird.

 

Symptome bei Menschen

 

Hautkontakt: Rötungen, Juckreiz, Hautausschläge und Bindehautentzündungen.

Verschlucken: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und Fieber.

Schwerwiegende Folgen: In seltenen, aber ernsten Fällen können die Toxine zu Leberschäden oder Atemwegsproblemen führen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die beim Spielen am Ufer oft unabsichtlich Wasser schlucken.

 

Tödliche Bedrohung für Haustiere

 

Besonders gefährlich sind Blaualgen für Hunde. Sie sind von Natur aus neugierig, spielen und trinken oft aus Seen. Wenn sie das verseuchte Wasser schlucken oder nach dem Baden ihr Fell ablecken, können die hochkonzentrierten Gifte schnell wirken und binnen weniger Stunden zum Tod führen. Typische Symptome bei Hunden sind starkes Speicheln, Erbrechen, Krämpfe, Atemnot und Orientierungslosigkeit.

 

So schützt du dich und deine Liebsten

 

Visuelle Kontrolle: Achte auf die Farbe des Wassers. Ist es auffällig grünlich, trüb oder siehst du Schlieren und Algenteppiche, solltest du das Baden meiden.

Der Sicht-Test: Eine einfache Faustregel lautet: Wenn du im knietiefen Wasser stehst und deine Füße nicht mehr sehen kannst, ist das Algenvorkommen zu hoch.

Warnhinweise beachten: An offiziellen Badestellen weisen Schilder auf eine Blaualgenbelastung hin.

Vorsicht bei Haustieren: Lass deinen Hund nicht in verdächtigen Gewässern planschen oder daraus trinken. Bei Verdacht auf eine Vergiftung solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Die beste Vorsorge ist, die Warnsignale der Natur ernst zu nehmen. Denn ein vermeintlich erfrischendes Bad kann sich schnell in eine gefährliche Situation verwandeln.

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