Besenreiser vorbeugen, Ursachen und Behandlung

Besenreiser sind kleine, oberflächliche Venen, die rötlich oder bläulich durch die Haut schimmern, meist an den Beinen. Sie sind in der Regel harmlos und eher ein kosmetisches Problem. Manchmal können sie jedoch ein Hinweis auf ein tieferliegendes Venenleiden wie Krampfadern sein.

 

Ursachen von Besenreisern

 

Die Entstehung von Besenreisern ist multifaktoriell bedingt. Zu den Hauptursachen gehören:

Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung spielt eine große Rolle.

Hormonelle Einflüsse: Insbesondere weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) können das Bindegewebe erschlaffen lassen, was die Entstehung begünstigt. Daher sind Frauen häufiger betroffen.

Bindegewebsschwäche: Eine angeborene oder erworbene Schwäche des Bindegewebes kann dazu führen, dass die Venenwände nachgeben.

Langes Stehen oder Sitzen: Dadurch kann das Blut in den Beinen schlechter zum Herzen zurückfließen und sich in den kleinen Gefäßen stauen.

Übergewicht: Zusätzliches Gewicht belastet die Venen und erschwert den Blutrücktransport.

Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen und erhöhter Druck auf die Venen im Beckenbereich während der Schwangerschaft können Besenreiser fördern.

Rauchen: Nikotin schädigt die Gefäße und kann die Entstehung von Venenleiden begünstigen.

Alter: Mit zunehmendem Alter verlieren die Venen an Elastizität.

 

Symptome von Besenreisern

 

Besenreiser selbst verursachen selten Schmerzen oder Beschwerden. Sie sind hauptsächlich als feine, blaurote Äderchen unter der Haut sichtbar. Manchmal können sie jedoch mit folgenden unspezifischen Symptomen verbunden sein, die eher auf eine zugrundeliegende Venenschwäche hinweisen:

Müde Beine

Schwere Beine

Geschwollene Beine

Spannungsgefühl

Kribbeln in den Beinen

 

Besenreisern vorbeugen

 

Auch wenn eine genetische Veranlagung besteht, kann man durch gezielte Maßnahmen das Risiko der Entstehung von Besenreisern verringern oder eine Verschlimmerung verhindern:

Regelmäßige Bewegung: Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen, Walking oder Treppensteigen aktivieren die Wadenmuskelpumpe und fördern den Blutfluss.

Venengymnastik: Einfache Übungen wie wippende Bewegungen aus den Knöcheln oder Knien können überall durchgeführt werden, um die Durchblutung anzuregen.

Körpergewicht optimieren: Reduzieren Sie Übergewicht, um die Belastung der Venen zu minimieren.

Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Vitamin C und ausreichend Flüssigkeit (viel Wasser trinken) unterstützt die Gefäßgesundheit.

Wechselduschen/Kneipp-Güsse: Kühle Duschen oder Güsse am Morgen und Abend trainieren die Blutgefäße und fördern deren Elastizität.

Langes Stehen oder Sitzen vermeiden: Legen Sie regelmäßig Pausen ein und bewegen Sie sich zwischendurch, wenn Sie berufsbedingt lange stehen oder sitzen müssen.

Bequeme Kleidung und Schuhe: Vermeiden Sie einschnürende Kleidung, hohe Absätze und enge Socken oder Strümpfe, die die Durchblutung behindern können.

Kompressionsstrümpfe: Bei einer Neigung zu Venenschwäche können Kompressionsstrümpfe die Durchblutung verbessern und die Beinvenen unterstützen.

Hitze vermeiden: Übermäßige Hitze durch lange Sonnenbäder, ausgiebige Saunagänge oder heiße Wannenbäder kann die Venen belasten. Kühlen Sie die Beine regelmäßig.

Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum reduzieren.

 

Behandlung von Besenreisern und Kosten

 

Da Besenreiser in erster Linie ein kosmetisches Problem darstellen, werden die Kosten für ihre Entfernung in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn die Entfernung aus medizinischen Gründen notwendig ist, beispielsweise bei starken Beschwerden oder wenn sie auf ein tieferliegendes, behandlungsbedürftiges Krampfaderleiden hinweisen. Bei privaten Krankenkassen kann eine Kostenübernahme je nach Tarif und medizinischer Notwendigkeit variieren. Es ist ratsam, dies vorab mit der Krankenkasse zu klären.

Die gängigsten Behandlungsmethoden sind:

Verödung (Sklerosierung):

Methode: Eine Flüssigkeit (Sklerosierungsmittel) wird in die Besenreiser injiziert, die eine Entzündung der Gefäßwand hervorruft. Die Venenwände verkleben und der Besenreiser wird vom Körper abgebaut.

Kosten: Die Kosten für eine Verödungsbehandlung können zwischen 30,- und 150,- Euro pro Sitzung liegen, abhängig von der Ausprägung und Fläche der Besenreiser. Mehrere Sitzungen können notwendig sein.

Lasertherapie:

Methode: Ein Laserstrahl dringt durch die Haut und erhitzt das Blut in den Besenreisern, wodurch diese verkleben und später vom Körper abgebaut werden.

Kosten: Eine Laserbehandlung beginnt oft ab 80,- bis 180,- Euro pro Sitzung. Auch hier sind meist mehrere Behandlungen erforderlich.

Radiofrequenztherapie und endovenöse Lasertherapie: Diese modernen Verfahren werden primär bei größeren Krampfadern eingesetzt, können aber in bestimmten Fällen auch bei Besenreisern zur Anwendung kommen, insbesondere wenn eine Verbindung zu größeren Venen besteht. Für Krampfadern können die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn spezielle Verträge mit den Behandlern bestehen.

Die Gesamtkosten hängen von der Anzahl der benötigten Sitzungen und der Fläche der zu behandelnden Besenreiser ab. Ein ausführliches Beratungsgespräch und eine Hautanalyse beim Arzt sind vor der Behandlung wichtig, um eine individuelle Diagnose und einen Heil- und Kostenplan zu erstellen.

 

Hausmittel gegen Besenreiser

 

Es gibt keine wissenschaftlich belegten Hausmittel, die Besenreiser vollständig entfernen können. Einige natürliche Substanzen und Maßnahmen können jedoch die Durchblutung fördern und möglicherweise dazu beitragen, das Erscheinungsbild leicht zu verbessern oder einer Verschlimmerung entgegenzuwirken:

Apfelessig: Als Umschlag oder verdünnt auf die Haut aufgetragen, soll er die Durchblutung anregen.

Pflanzliche Extrakte: Salben oder Öle mit Arnika, Rosskastanie, Knoblauch, Zitrone oder Latschenkieferöl werden manchmal zur Förderung der Durchblutung und zur Stärkung der Gefäße eingesetzt.

Kneipp-Güsse und Wechselduschen: Wie bereits unter Prävention erwähnt, können sie die Gefäßelastizität verbessern.

Massagen: Leichte Massagen können die Durchblutung anregen.

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