Melatonin: Schlüssel zu besserem Schlaf

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das hauptsächlich von der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn produziert wird. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus). Die Produktion von Melatonin steigt mit Einbruch der Dunkelheit an und signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, müde zu werden und zu schlafen. Licht hemmt hingegen die Produktion.
Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel bezieht sich auf Produkte, die synthetisches Melatonin enthalten und oral eingenommen werden. Diese sind in vielen Ländern frei verkäuflich, in Deutschland oft in niedrigeren Dosierungen als die verschreibungspflichtigen Arzneimittel.
Wirkung und Anwendungsgebiete als Nahrungsergänzungsmittel:
Verkürzung der Einschlafzeit: Dies ist der primäre Grund, warum Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt wird. Es kann helfen, schneller einzuschlafen, indem es dem Körper signalisiert, die Schlafphase einzuleiten.
Jetlag: Bei Fernreisen über mehrere Zeitzonen hinweg kann Melatonin helfen, die Symptome des Jetlags zu mildern, indem es den Körper dabei unterstützt, sich an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus anzupassen.
Schichtarbeit: Auch bei Schichtarbeit kann Melatonin die Schlafdauer während des Tag- oder Nachtschlafs verbessern.
Schlafstörungen (Insomnie): Bei bestimmten Formen von Schlafstörungen, insbesondere wenn sie mit einer Störung des zirkadianen Rhythmus einhergehen, kann Melatonin hilfreich sein. Es ist jedoch nicht für die langfristige Behandlung chronischer Schlaflosigkeit gedacht.
Wichtige Hinweise und mögliche Nebenwirkungen:
Obwohl Melatonin oft als "sanfte Einschlafhilfe" vermarktet wird, ist es ein Hormon und sollte nicht unkritisch eingenommen werden.
Mögliche Nebenwirkungen: Häufige Nebenwirkungen können Schläfrigkeit am nächsten Tag, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, verringerte Aufmerksamkeit, verlängerte Reaktionszeit, Blutdruckabfall, Alpträume und Gangunsicherheit sein. Bei höheren Dosen können auch Magen-Darm-Beschwerden oder Stimmungsschwankungen auftreten.
Wechselwirkungen: Melatonin kann mit anderen Medikamenten wechselwirken (z.B. Blutverdünner, Blutdrucksenker, Beruhigungsmittel) und deren Wirkung verstärken oder abschwächen.
Vorsicht bei bestimmten Gruppen: Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche (ohne ärztliche Rücksprache), Personen mit Autoimmunerkrankungen, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Epilepsie oder Diabetes sollten Melatonin nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Bei älteren Menschen kann die Wirkung länger anhalten und zu Tagesmüdigkeit führen.
Langzeitanwendung: Über die Sicherheit einer langfristigen Einnahme von Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel gibt es noch nicht genügend wissenschaftliche Daten.
Kein Ersatz für Schlafhygiene: Melatonin ist kein Wundermittel und sollte nicht als Ersatz für eine gute Schlafhygiene (regelmäßige Schlafzeiten, dunkler Schlafplatz, Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlafengehen etc.) gesehen werden.
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