Zwischen Faszination und Angst: Der Wolf kehrt zurück in Thüringens Wälder

Nach langer Abwesenheit kehrt der Wolf leise in die Wälder Thüringens zurück. Die Wiederansiedlung des einst fast ausgerotteten Raubtiers löst eine breite Debatte aus, die das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Romantik und den Sorgen der ländlichen Bevölkerung widerspiegelt. Für viele ist die Rückkehr des Wolfes ein Zeichen einer gesunden, wilden Natur. Für Weidetierhalter und Jäger hingegen stellen die Tiere eine Herausforderung dar, die den Alltag und die traditionelle Landwirtschaft beeinflusst.

Die aktuelle Situation der Wölfe in Thüringen

Laut den jüngsten Monitoringberichten gibt es in Thüringen eine wachsende, aber nach wie vor kleine Population von Wölfen. Derzeit wird von etwa 24 standorttreuen Wölfen ausgegangen (Stand: Mai 2025). Diese Tiere verteilen sich auf mehrere Territorien, die aus Rudeln, Paaren und sesshaften Einzelwölfen bestehen.

Die wichtigsten Wolfsgebiete in Thüringen sind:

Ohrdruf: Ein Rudel mit mindestens 11 Tieren (inklusive der 2024 geborenen Welpen).

Neustadt am Rennsteig: Ein Rudel, das sich 2024 gebildet hat.

Ilfeld: Ein Wolfspaar.

Hainich: Ein Wolfspaar, das im Jahr 2025 bestätigt wurde.

Zusätzlich zu diesen sesshaften Wölfen durchqueren immer wieder auch einzelne Wölfe das Bundesland auf der Suche nach einem eigenen Territorium.

Die Landesregierung hat auf die Entwicklung reagiert und unterstützt Weidetierhalter mit Förderprogrammen für den Herdenschutz. Maßnahmen wie der Bau von Elektrozäunen und der Einsatz von Herdenschutzhunden werden finanziell gefördert, um Konflikte zu minimieren und ein friedliches Nebeneinander von Mensch und Wolf zu ermöglichen. Die Debatte um das Raubtier bleibt jedoch emotional aufgeladen und zeigt, dass die Gesellschaft noch einen Weg vor sich hat, um mit der Rückkehr des Wildtiers zu leben.

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