Kaffeesatz wirkt bei Pflanzen als Turbo-Dünger

Es stimmt, dass Kaffeesatz als Dünger für Pflanzen genutzt werden kann und durchaus positive Effekte hat – ein wahrer "Turbo-Dünger" ist er jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen und für bestimmte Pflanzen.

 

Warum Kaffeesatz gut für Pflanzen sein kann

 

Kaffeesatz ist eine hervorragende Quelle für verschiedene Nährstoffe, die Pflanzen zum Wachsen benötigen:

Stickstoff (N): Kaffeesatz ist besonders reich an Stickstoff, einem Schlüsselnährstoff für das Blattwachstum und die Photosynthese. Er enthält etwa 2% Stickstoff.

Phosphor (P) und Kalium (K): Auch diese wichtigen Makronährstoffe sind in kleineren Mengen vorhanden (ca. 0,3% P und 0,3% K).

Spurenelemente: Kaffeesatz liefert auch wichtige Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Bor, Kupfer, Eisen und Zink.

Bodenverbesserung: Die feine Textur des Kaffeesatzes kann die Bodenstruktur verbessern, die Drainage fördern und die Wasserspeicherfähigkeit erhöhen, insbesondere in sandigen Böden.

Mikrobielles Leben: Er fördert das Wachstum nützlicher Mikroorganismen im Boden, die organische Materie zersetzen und Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar machen.

Schnecken- und Schädlingsabwehr: Einige Gärtner berichten, dass der Geruch und die Textur von Kaffeesatz Schnecken und andere Schädlinge abschrecken können. Die Wirkung ist hier jedoch umstritten.

 

Wichtige Punkte zur Anwendung und worauf zu achten ist

 

Obwohl Kaffeesatz viele Vorteile bietet, gibt es ein paar Dinge zu beachten, um Schäden an den Pflanzen zu vermeiden:

Verwendeter Kaffeesatz ist besser: Frisch gemahlener Kaffeebohnen sind saurer und haben einen höheren Koffeingehalt als bereits aufgebrühter Kaffeesatz. Letzterer ist nach dem Brühen nahezu pH-neutral und enthält weniger Koffein, was für die meisten Pflanzen besser verträglich ist. Hohe Koffeinkonzentrationen können das Wachstum junger Pflanzen hemmen.

Säureliebend oder nicht? Kaffeesatz hat einen leicht sauren pH-Wert (obwohl dieser nach dem Brühen weitgehend neutralisiert ist). Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen, wie zum Beispiel Rhododendren, Azaleen, Hortensien (für blaue Blüten!), Heidelbeeren, Tomaten, Rosen oder Kamelien, profitieren besonders davon. Für Pflanzen, die neutralen bis alkalischen Boden bevorzugen, sollte Kaffeesatz nur sparsam oder gar nicht eingesetzt werden.

Mäßigung ist der Schlüssel: Verwenden Sie Kaffeesatz immer in Maßen. Eine zu dicke Schicht kann verdichten und die Luft- und Wasserzufuhr zu den Wurzeln blockieren, was zu Wurzelfäule führen kann.

Anwendungsmöglichkeiten:

Direkt in den Boden einarbeiten: Mischen Sie getrockneten Kaffeesatz leicht in die oberste Bodenschicht um Ihre Pflanzen herum ein. Eine Schicht von etwa 1-2 cm ist ausreichend.

Im Kompost: Kaffeesatz ist eine hervorragende "grüne" Komponente (stickstoffreich) und beschleunigt den Zersetzungsprozess. Er sollte nicht mehr als 20-25% des gesamten Komposthaufens ausmachen und mit "braunen" Materialien (kohlenstoffreich wie Laub oder Holzhackschnitzel) ausgeglichen werden.

Als Flüssigdünger: Mischen Sie 1-2 Tassen getrockneten Kaffeesatz mit 5 Litern Wasser und lassen Sie die Mischung über Nacht ziehen. Sie können diese Lösung dann zum Gießen Ihrer Pflanzen verwenden.

Als Mulch (dünne Schicht): Eine sehr dünne Schicht Kaffeesatz auf der Erde kann helfen, Feuchtigkeit zu speichern und Unkraut zu unterdrücken, sollte aber nicht zu dick sein, um Verdichtung zu vermeiden.

Fazit: Ja, Kaffeesatz kann eine wertvolle Ergänzung für Ihren Garten sein und als natürlicher Dünger wirken. Er ist reich an Nährstoffen und kann die Bodengesundheit verbessern. Wichtig ist, ihn maßvoll und passend zu den Bedürfnissen Ihrer Pflanzen einzusetzen, insbesondere wenn es um den pH-Wert geht.

Weiter Lesen