Die unterschätzte Gefahr im Bauch: Blasensteine und wie du sie vermeiden kannst
Blasensteine, auch Harnblasensteine genannt, sind harte, steinartige Gebilde, die sich aus Mineralien im Urin in der Harnblase bilden. Während kleine Steine oft unbemerkt bleiben, können größere Steine erhebliche Schmerzen und ernsthafte Komplikationen verursachen. Sie entstehen, wenn der Urin zu stark konzentriert ist und sich Mineralien wie Kalzium, Harnsäure oder Phosphat ansammeln und kristallisieren. Doch die gute Nachricht ist: Mit den richtigen Maßnahmen lassen sie sich oft effektiv vermeiden oder behandeln.
Symptome und Warnzeichen

Blasensteine verursachen nicht immer Beschwerden. Wenn sie jedoch die Harnröhre blockieren oder an der Blasenwand reiben, können folgende Symptome auftreten:
Schmerzen im Unterbauch oder im unteren Rückenbereich.
Schmerzen beim Wasserlassen.
Häufiger Harndrang, besonders nachts.
Unterbrochener oder schwacher Urinstrahl.
Trüber Urin oder Blut im Urin.
Was trinken und wie vorbeugen?

Die beste und wichtigste Methode zur Vorbeugung von Blasensteinen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ziel ist es, den Urin so weit zu verdünnen, dass sich keine Mineralien absetzen können.
Viel Wasser trinken: Trinke täglich mindestens 2 bis 3 Liter Flüssigkeit. Die Faustregel lautet: Dein Urin sollte hellgelb bis klar sein.
Wähle die richtigen Getränke: Wasser ist die beste Wahl. Aber auch ungesüßte Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte (z.B. Cranberry- oder Zitronensaft) können hilfreich sein, da sie das Milieu des Urins beeinflussen.
Salz- und Eiweißkonsum reduzieren: Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und moderatem Eiweißkonsum kann die Bildung von bestimmten Steinarten verringern.
Effektive Behandlungsmethoden

Wenn Blasensteine bereits vorhanden sind und Symptome verursachen, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Die Wahl der Methode hängt von der Größe, Anzahl und Art der Steine ab.
Abwarten: Bei sehr kleinen Steinen kann der Arzt empfehlen, die Steine mit viel Flüssigkeit auf natürliche Weise auszuscheiden.
Medikamente: In manchen Fällen, insbesondere bei Steinen aus Harnsäure, können Medikamente den Urin alkalisieren und so die Steine auflösen.
Endoskopische Zertrümmerung (Cystolitholapaxie): Dies ist die häufigste Methode. Ein dünnes, flexibles Instrument (Cystoskop) wird über die Harnröhre in die Blase eingeführt. Mit speziellen Werkzeugen, Ultraschall oder Laser werden die Steine zertrümmert und anschließend abgesaugt.
Stoßwellenbehandlung (Lithotripsie): Ähnlich wie bei Nierensteinen können auch Blasensteine mit energiereichen Stoßwellen von außen zerkleinert werden. Die Bruchstücke werden dann mit dem Urin ausgeschieden. Diese Methode wird jedoch seltener bei Blasensteinen angewendet.
Offene Operation: Bei sehr großen Steinen, die nicht mit anderen Methoden entfernt werden können, ist eine offene Operation notwendig. Dabei wird die Blase über einen kleinen Schnitt im Unterbauch geöffnet, um die Steine zu entfernen. Dies ist heute jedoch nur noch selten erforderlich.
Unabhängig von der Behandlung ist es entscheidend, die Ursache der Steine zu finden, um einem erneuten Auftreten vorzubeugen. Sprich daher immer mit deinem Arzt, um die beste Strategie für dich zu finden.
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