Das Fossil aus dem Nichts: Wie ein verschollener Saurier aus Weltkriegstrümmern wiederauferstand

Die Carcharodontosauriden waren einige der größten Raubtiere, die jemals auf der Erde lebten. Eine neue, faszinierende Entdeckung hat die Paläontologie-Welt in Aufregung versetzt, da sie zeigt, wie wichtig historische Funde sind, selbst wenn sie als verloren galten. Deutsche Paläontologen haben kürzlich eine neue Gattung dieser "Haifischzahn-Echsen" namens Tameryraptor markgrafi beschrieben, die auf den Aufzeichnungen eines deutschen Forschers aus dem frühen 20. Jahrhundert basiert.
Eine historische Entdeckung
Die Geschichte von Tameryraptor beginnt mit dem Paläontologen Ernst Stromer, der im Jahr 1912 Fossilien in Ägypten entdeckte. Diese Funde, darunter Teile eines riesigen Raubsauriers, wurden nach Deutschland gebracht. Tragischerweise wurden die wertvollen Knochen während des Zweiten Weltkriegs bei einem Bombenangriff zerstört. Lange Zeit galten sie als für immer verloren.
Die Wiederauferstehung
Ein Team unter der Leitung von Maximilian Kellermann von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) hat nun gezeigt, dass die Forschung nicht auf die physischen Fossilien angewiesen ist. Durch die akribische Untersuchung von Stromers detaillierten Journalen, Zeichnungen und einer einzigen überlieferten Fotografie gelang es den Forschern, die Knochen mit modernen Methoden neu zu bewerten. Sie stellten fest, dass das Fossil von einem anderen Tier stammte als ursprünglich angenommen und wiesen es einer neuen Art zu.
Einzigartige Merkmale
Tameryraptor unterscheidet sich von seinen Verwandten durch seine einzigartigen, fast symmetrischen und haifischähnlichen Zähne. Das auffälligste Merkmal jedoch ist ein kleiner, aber deutlicher knöcherner Kamm auf seiner Schnauze. Dieser Kamm könnte eine Rolle bei der Partnerwahl oder bei der sozialen Kommunikation gespielt haben. Die Entdeckung von Tameryraptor zeigt, dass es in Afrika eine größere Vielfalt an Carcharodontosauriden gab, als bisher angenommen. Sie beweist, dass selbst scheinbar verlorene Schätze der Vergangenheit noch neue, aufregende Kapitel in der Wissenschaft aufschlagen können.
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