Uralte Hausmittel gegen Zahnstein

Wirkt Backpulver gegen Zahnstein?
Gegen bestehenden, harten Zahnstein: Nein, Backpulver ist nicht wirksam gegen bereits ausgehärteten Zahnstein. Zahnstein ist eine mineralisierte Plaque, die fest am Zahn haftet und nur durch professionelle zahnärztliche Instrumente entfernt werden kann. Hausmittel wie Backpulver können diese harten Ablagerungen nicht lösen.
Gegen oberflächliche Verfärbungen und weiche Beläge (Plaque): Ja, Backpulver (Natriumhydrogencarbonat) kann oberflächliche Verfärbungen und weiche Zahnbeläge entfernen. Dies liegt an seiner leicht abrasiven (schleifenden) Wirkung. Es wirkt wie ein mildes Scheuermittel und kann dadurch die Zähne vorübergehend heller erscheinen lassen.
Wie funktioniert die Anwendung von Backpulver zur Zahnreinigung (und warum man vorsichtig sein sollte):
Wenn Backpulver zur Zahnreinigung verwendet wird, wird die angefeuchtete Zahnbürste in das Pulver getaucht und damit die Zähne geputzt, oft für kurze Zeit (max. 1-2 Minuten). Manchmal wird es auch in Mundwasser gegeben, um Säuren im Mund zu neutralisieren.
Der "Aufhellungseffekt" kommt dadurch zustande, dass die Kristalle im Backpulver wie Schleifpapier wirken und die obersten Schichten der Zahnoberfläche, auf denen sich Verfärbungen und weiche Beläge abgesetzt haben, abtragen.
Risiken und Nebenwirkungen bei der Verwendung von Backpulver für die Zähne:
Die Verwendung von Backpulver zum Zähneputzen birgt erhebliche Risiken und wird von den meisten Zahnärzten dringend abgeraten:
Schädigung des Zahnschmelzes: Dies ist das größte und irreversibelste Risiko. Backpulver hat eine abrasive Wirkung, die nicht nur Verfärbungen, sondern auch den schützenden Zahnschmelz abschleift. Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper, aber einmal abgenutzt, kann er sich nicht regenerieren.
Erhöhte Empfindlichkeit der Zähne: Ein dünnerer Zahnschmelz macht die Zähne anfälliger für Kälte, Hitze und süße Speisen, da die darunterliegenden Dentinkanälchen freigelegt werden.
Schnellere Neuverfärbung und Kariesrisiko: Wenn der Zahnschmelz durch das Abschleifen rau wird, können sich neue Verfärbungen (z.B. durch Kaffee, Tee, Rotwein, Nikotin) noch schneller und hartnäckiger ablagern. Zudem wird die Zahnoberfläche anfälliger für Bakterien und Säureangriffe, was das Kariesrisiko erhöht.
Zahnfleischreizungen und -rückgang: Die aggressive mechanische Reibung kann auch das Zahnfleisch reizen, Entzündungen hervorrufen und im schlimmsten Fall zu Zahnfleischrückgang führen, wodurch empfindliche Zahnhälse freigelegt werden.
Schäden an Füllungen und Kronen: Backpulver kann auch vorhandene Kunststofffüllungen oder Kleber von festen Zahnspangen angreifen oder die Oberflächen aufrauen.
Fazit:
Während Backpulver oberflächliche Verfärbungen vorübergehend entfernen kann, ist es kein geeignetes Mittel zur Zahnsteinentfernung und birgt aufgrund seiner abrasiven Wirkung erhebliche Risiken für die Zahngesundheit, insbesondere für den Zahnschmelz. Der angerichtete Schaden ist oft irreparabel.
Empfehlung:
Für die Entfernung von Zahnstein und für eine effektive Zahnreinigung, die den Zahnschmelz schont und die Mundgesundheit fördert, sollten Sie sich immer an einen Zahnarzt wenden. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) ist die sicherste und effektivste Methode, um Zahnstein zu entfernen und Verfärbungen zu beseitigen. Für das Aufhellen der Zähne gibt es zahnärztlich überwachte Bleaching-Methoden, die im Vergleich zu Hausmitteln deutlich schonender und sicherer sind.
Eine gute tägliche Mundhygiene (regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, Zahnseide/Interdentalbürsten) ist die beste Vorbeugung gegen Zahnstein und Verfärbungen.
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