Die lautlose Jägerin erobert Deutschland: Warum immer mehr Gottesanbeterinnen bei uns gesichtet werden.

Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist eine faszinierende und exotisch anmutende Insektenart, die man in Deutschland immer häufiger sichtet. Was noch vor wenigen Jahrzehnten eine Seltenheit war, ist heute in vielen Regionen zur Normalität geworden. Doch warum breitet sich dieses räuberische Insekt so rasant aus?
Der Hauptgrund für die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland ist der Klimawandel. Die Art bevorzugt warme und trockene Lebensräume. Die steigenden Durchschnittstemperaturen und längeren, heißeren Sommer in Mitteleuropa schaffen nun ideale Bedingungen für die Vermehrung und das Überleben der Tiere.
Verbreitung nach Norden: Ursprünglich war die Gottesanbeterin vor allem in wärmeren Regionen Südeuropas heimisch. Durch die Klimaerwärmung verschiebt sich ihr Verbreitungsgebiet stetig nach Norden. Sie wurde bereits in vielen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und sogar in den neuen Bundesländern gesichtet.
Anpassungsfähigkeit: Die Gottesanbeterin ist ein sehr anpassungsfähiges Insekt. Sie kommt mit unterschiedlichen Lebensräumen zurecht, solange es warm genug ist. Man findet sie auf Trockenwiesen, in Gärten, an sonnigen Waldrändern und sogar in städtischen Gebieten.
Mangel an Fressfeinden: In ihren neuen Lebensräumen hat die Gottesanbeterin nur wenige natürliche Feinde. Dies trägt ebenfalls zu ihrer erfolgreichen Ausbreitung bei. Ihr Tarnverhalten und ihre schnelle Reaktionsfähigkeit schützen sie gut vor Vögeln und anderen potenziellen Fressfeinden.
Die Sichtung einer Gottesanbeterin ist für Naturfreunde eine spannende Begegnung. Trotz ihres Raubtierstatus ist sie für den Menschen völlig ungefährlich. Ihre zunehmende Präsenz ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sich die heimische Fauna unter dem Einfluss des Klimawandels verändert.
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