Stiller Killer im Wasser: Was Mikroplastik für die Umwelt und unsere Gesundheit bedeutet
Mikroplastik stellt eine wachsende Gefahr für unseren Körper dar, da es über verschiedene Wege in unseren Organismus gelangt. Neuere Studien zeigen, dass diese winzigen Plastikpartikel nicht nur im Darm verweilen, sondern auch in Organe wie Leber, Nieren und Gehirn vordringen können.
Wie Mikroplastik in den Körper gelangt

Nahrung: Wir nehmen Mikroplastik über Lebensmittel wie Fisch, Muscheln, Salz und Trinkwasser auf. Schätzungen zufolge können es bis zu fünf Gramm pro Woche sein.
Atemluft: Insbesondere in Innenräumen atmen wir Mikroplastikpartikel ein, die von Kleidung, Teppichen und Möbeln stammen. Winzige Teilchen können so tief in die Lunge vordringen und von dort in den Blutkreislauf gelangen.
Haut: Die Aufnahme über die Haut ist nach aktuellem Wissensstand im Vergleich zu den anderen Wegen nur minimal.
Studien und mögliche Gesundheitsrisiken

Die Forschung zu den genauen Langzeitfolgen von Mikroplastik im menschlichen Körper steht noch am Anfang. Dennoch deuten aktuelle Studien auf mehrere potenzielle Risiken hin:
Zellschäden und Entzündungen: Eine Studie aus dem Jahr 2021 fand heraus, dass Mikroplastik Zellmembranen schädigen und Entzündungsreaktionen auslösen kann. Diese Partikel könnten durch ihre rein mechanische Wirkung Zellfunktionen stören.
Organe und Blutbahn: Mikroplastik wurde bereits in der Plazenta, im Blut, in der Leber und in der Niere nachgewiesen. Eine Studie der Universität New Mexico (2024) stellte fest, dass die Konzentration von Mikroplastik in Gehirnen von Verstorbenen zwischen 2016 und 2024 um 50 % angestiegen ist.
Transport von Schadstoffen: Mikroplastikpartikel können als "blinde Passagiere" fungieren. Sie binden an ihrer Oberfläche giftige Chemikalien wie Weichmacher oder Schwermetalle und transportieren diese in den Körper, wo sie freigesetzt werden können.
Neurologische Auswirkungen: Eine Mausstudie von 2025 zeigte, dass Mikroplastik die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Thrombosen in kleinen Blutgefäßen des Gehirns verursachen kann. Obwohl die Übertragbarkeit auf den Menschen noch unklar ist, deutet dies auf mögliche neurologische Risiken hin.
Während viele Studien noch Assoziationen und keine kausalen Zusammenhänge beweisen, ist die zunehmende Präsenz von Mikroplastik im menschlichen Körper ein besorgniserregendes Phänomen, dessen Langzeitfolgen intensiv erforscht werden.
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