Hinter dem Mythos: Der Aufstieg und Fall von Al Capone, Amerikas berüchtigstem Mafia-Boss.

Alphonse Gabriel Capone, besser bekannt als Al Capone, war nicht nur ein Krimineller, sondern ein Symbol für die rohe Gewalt und den rasanten Reichtum der Prohibitionszeit in den USA. Sein Leben war eine bemerkenswerte und brutale Reise vom einfachen Sohn italienischer Einwanderer zum mächtigsten Gangster des Landes.

Der Aufstieg zum König von Chicago

Geboren 1899 in Brooklyn, New York, schloss sich Capone schon früh den Straßengangs an. Sein Aufstieg begann, als er 1919 von seinem Mentor Johnny Torrio nach Chicago geholt wurde. Dort arbeitete er sich in der Unterwelt hoch, die von illegalem Alkoholverkauf und Schutzgelderpressung beherrscht wurde. Nach einem Attentat auf Torrio übernahm Capone 1925 die Führung des Chicago Outfit, der damals größten und mächtigsten Verbrecherorganisation der Stadt.

In den "Roaring Twenties" baute Capone ein riesiges Imperium auf, das ihm unglaubliche Reichtümer bescherte. Er kontrollierte Glücksspiel, Prostitution und vor allem den illegalen Alkoholschmuggel. Seinen Reichtum und seine Macht stellte er offen zur Schau, kleidete sich in teure Anzüge und kaufte Politiker, Polizisten und Richter. Trotz seiner kriminellen Machenschaften versuchte er, sich als eine Art moderner Robin Hood darzustellen und inszenierte sich in der Großen Depression als Wohltäter, indem er Suppenküchen für die Armen eröffnete.

Der Fall: Gestolpert über Steuern

Capones Brutalität erreichte ihren Höhepunkt mit dem Valentinstag-Massaker von 1929, bei dem sieben Mitglieder einer rivalisierenden Gang kaltblütig ermordet wurden. Obwohl Capone für unzählige Morde verantwortlich gemacht wurde, konnte ihm die Justiz kein Kapitalverbrechen nachweisen. Die Beweisführung war schwierig, Zeugen schwiegen aus Angst.

Der unbestechliche Bundesagent Eliot Ness und seine „Untouchables“ machten Jagd auf Capone. Doch es war nicht der Alkohol oder ein Mord, der ihm zum Verhängnis wurde, sondern etwas völlig Unerwartetes: Steuerhinterziehung. Der Buchhalter Frank Wilson fand Beweise für Capones nicht versteuerte Einkünfte. 1931 wurde Al Capone wegen Steuerhinterziehung in mehreren Anklagepunkten verurteilt und zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Tod und Vermächtnis

Seine Haftstrafe verbrachte er zunächst in Atlanta, bevor er in das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz verlegt wurde. Die Jahre hinter Gittern zehrten an ihm. Seine Gesundheit verschlechterte sich rapide, da eine Syphilis, die er sich in jungen Jahren zugezogen hatte, unbehandelt geblieben war.

Geschwächt und geistig verwirrt wurde Capone 1939 vorzeitig aus der Haft entlassen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er abgeschottet auf seinem Anwesen in Florida. Am 21. Januar 1947 erlitt er einen Schlaganfall und starb wenige Tage später, am 25. Januar 1947, an einer Lungenentzündung. Mit nur 48 Jahren war das Leben des einst mächtigsten Gangsters Amerikas auf unspektakuläre Weise zu Ende gegangen.

Dieser YouTube-Clip bietet einen Einblick in die Faktoren, die Al Capone zum erfolgreichen Gangsterboss machten.

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