Gefahr am Flachwasser: Das Petermännchen und sein schmerzhaftes Gift

Das Petermännchen (Trachinus draco) ist ein kleiner, unscheinbarer Fisch, der in den Küstengewässern Europas lebt. Doch der scheinbar harmlose Name täuscht: Er gilt als das giftigste Tier in den Meeren rund um Deutschland. Seine besondere Gefahr liegt in seiner Lebensweise, denn der nur bis zu 40 cm große Fisch gräbt sich am liebsten im sandigen Meeresboden ein, sodass oft nur seine Augen und die gefährlichen Stacheln seiner Rückenflosse herausragen. Wer unvorsichtig durch seichtes Wasser watet und auf ihn tritt, kann eine äußerst schmerzhafte Erfahrung machen.

 

Was macht den Stich so gefährlich?

 

Der Fisch besitzt Giftstacheln auf seiner ersten Rückenflosse und an den Kiemendeckeln. Beim Zusammentreffen mit einer Bedrohung, etwa einem menschlichen Fuß, stellt er diese Stacheln auf. Das in den Stacheln enthaltene Eiweißgift (Neurotoxin) wird injiziert und löst sofort intensive, brennende Schmerzen aus, die oft bis in die Leiste oder den gesamten betroffenen Körperteil ausstrahlen. Begleiterscheinungen können Schwellungen, Rötungen, Blasenbildung und in seltenen Fällen sogar allgemeine Symptome wie Übelkeit, Fieber oder Kreislaufprobleme sein.

 

Wo gibt es das Petermännchen?

 

Das Petermännchen ist in weiten Teilen der europäischen Küstengewässer verbreitet. Es kommt entlang der Atlantikküste von Norwegen bis Westafrika, im Schwarzen Meer und im gesamten Mittelmeer vor.

Auch an den deutschen Küsten ist es zu finden:

Nordsee: Es lebt vor allem in sandigen Wattgebieten, wobei es in den Wintermonaten in tiefere Gewässer abwandert. In den Sommermonaten zieht es zum Laichen wieder in die küstennahen, flachen Gewässer.

Ostsee: Das Petermännchen ist auch an der deutschen Ostseeküste anzutreffen, insbesondere an sandigen Abschnitten.

 

Erste Hilfe bei einem Stich und Prävention

 

Die sofortige und korrekte Behandlung ist entscheidend, da das Gift thermolabil ist – es wird durch Hitze zerstört.

Hitzebehandlung: Tauche die betroffene Stelle so schnell wie möglich für 30 bis 90 Minuten in heißes Wasser (ca. 45-50°C, so heiß wie erträglich). Das neutralisiert das Gift und lindert den Schmerz erheblich.

Reinigung und Desinfektion: Nach der Hitzebhandlung die Wunde gut reinigen und desinfizieren.

Ärztliche Versorgung: Suche anschließend einen Arzt auf. Er kann die Wunde weiter versorgen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten.

Um einen Stich zu vermeiden, empfiehlt es sich, beim Waten in flachen, sandigen Gewässern Badeschuhe zu tragen. Eine weitere einfache Methode ist das Schlurfen mit den Füßen – dadurch vergräbt man das Petermännchen nicht versehentlich unter der Sandfläche, sondern schiebt es zur Seite.

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