Adrenalin oder Alarm? Warum Kirmes-Fahrgeschäfte für Menschen mit Herzschrittmacher zur echten Gefahr werden können.
Für viele sind Kirmes und Vergnügungsparks Orte purer Freude und Nervenkitzel. Doch für Menschen, die einen Herzschrittmacher tragen, können die lauten Motoren, grellen Lichter und rasanten Fahrten mehr als nur ein aufregendes Abenteuer sein – sie können eine potenzielle Gefahr darstellen. Die Technologie in modernen Fahrgeschäften und die extremen physikalischen Belastungen sind die Hauptgründe für die notwendige Vorsicht.
Die verborgenen Risiken

Das größte Risiko geht von den starken elektromagnetischen Feldern aus, die von den leistungsstarken Motoren der Fahrgeschäfte erzeugt werden. Diese Felder können die elektronische Funktion eines Herzschrittmachers oder Defibrillators stören. Obwohl moderne Geräte besser abgeschirmt sind als ältere Modelle, bleibt das Risiko bestehen. Eine Störung könnte dazu führen, dass der Herzschrittmacher einen falschen Impuls sendet oder seine Funktion vorübergehend aussetzt, was im schlimmsten Fall zu Schwindel, Ohnmacht oder Herzrhythmusstörungen führen kann.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die physikalische Belastung. Fahrgeschäfte mit hohen G-Kräften, wie Achterbahnen mit abrupten Beschleunigungen und plötzlichen Stopps, können den Körper und damit auch das Herz massiv belasten. Dieser Adrenalin- und Stressanstieg kann bei einem empfindlichen Herz-Kreislauf-System zu Komplikationen führen.
Fahrgeschäfte, die man meiden sollte

Menschen mit Herzschrittmachern sollten auf der Kirmes besonders vorsichtig sein. Es gibt bestimmte Arten von Fahrgeschäften, die aufgrund ihrer Bauart oder Belastung vermieden werden sollten:
Achterbahnen: Insbesondere solche mit extremen Beschleunigungen, abrupten Bremsmanövern, Loopings oder Schrauben. Die schnellen und unvorhersehbaren Bewegungen sowie die hohen G-Kräfte stellen eine enorme Belastung für das Herz dar.
Katapult-Fahrten: Fahrgeschäfte, die Passagiere mit großer Kraft in die Höhe schießen oder nach unten fallen lassen, setzen den Körper extremen Kräften aus.
Karussells und Fahrten mit starken Rotationen: Geräte, die sich schnell drehen, können Schwindel und Übelkeit verursachen, was ebenfalls das Herz belasten kann.
Fahrgeschäfte mit starken elektromagnetischen Motoren: Große Fahrgeschäfte wie Riesenräder oder Schiffsschaukeln können ebenfalls starke elektromagnetische Felder erzeugen.
Wichtige Empfehlung

Vor dem Besuch eines Vergnügungsparks oder einer Kirmes sollten sich Träger eines Herzschrittmachers unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Der Arzt kann eine individuelle Risikobewertung vornehmen und genaue Empfehlungen aussprechen, welche Aktivitäten sicher sind und welche vermieden werden sollten. Viele Vergnügungsparks weisen in ihren Parkregeln ebenfalls explizit auf diese Risiken hin.
Letztendlich ist es immer besser, auf den Nervenkitzel zu verzichten, wenn die eigene Gesundheit auf dem Spiel steht.
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