Freie Fahrt in die Vergangenheit: Die Vorteile des H-Kennzeichens in der Umweltzone.

Das H-Kennzeichen, der buchstäbliche "historische" Zusatz am Ende des Nummernschilds, ist für jeden Oldtimer-Liebhaber mehr als nur eine Registrierung: Es ist eine Auszeichnung. Es bezeugt, dass das Fahrzeug vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurde, sich in einem weitgehend originalen Zustand befindet und als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut anerkannt ist.

Doch neben der ideellen Bedeutung und den finanziellen Vorteilen bei der pauschalen Kfz-Steuer (aktuell 191,73 Euro pro Jahr für Pkw) bietet das H-Kennzeichen einen immensen praktischen Nutzen, der in Zeiten städtischer Emissionsbeschränkungen immer wichtiger wird: die Befreiung von den Umweltzonen-Regelungen.

 

Der Freifahrtschein für die Innenstadt

 

In vielen deutschen und europäischen Städten wurden sogenannte Umweltzonen eingerichtet, um die Feinstaub- und Stickoxidbelastung zu senken. Fahrzeuge, die in diese Zonen einfahren wollen, benötigen in der Regel eine entsprechende Umweltplakette (meist Grün). Zahlreiche Oldtimer, insbesondere ältere Benziner ohne Katalysator oder Diesel, würden diese Plakette niemals erhalten.

Genau hier greift die Ausnahmeregelung, die im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) verankert ist: Fahrzeuge, die ein H-Kennzeichen oder ein rotes 07er-Wechselkennzeichen führen, sind von der Plakettenpflicht befreit.

Das bedeutet konkret:

Keine Umweltplakette nötig: Sie müssen keine teuren Nachrüstungen vornehmen und benötigen keine der farbigen Plaketten an Ihrer Windschutzscheibe. Das H-Kennzeichen selbst gilt als Nachweis der Ausnahmegenehmigung.

Uneingeschränkte Mobilität (Feinstaub): Mit dem H-Kennzeichen können Sie die Umweltzonen deutscher Großstädte – von Berlin über Köln bis München – ohne Angst vor Bußgeldern befahren. Die Pflege des "mobilen Kulturguts" wird somit dem Umweltschutz in diesem geringfügigen Umfang übergeordnet.

Gilt nicht für Diesel-Fahrverbote: Es ist wichtig zu beachten, dass diese generelle Befreiung für Umweltzonen (Feinstaub) nicht automatisch für lokale Diesel-Fahrverbote gilt, die einige Städte für ältere Diesel (z.B. Euro 5 und schlechter) verhängt haben. Hier muss der Oldtimer-Besitzer die individuellen Bestimmungen der jeweiligen Stadt prüfen. In den meisten Fällen gilt die Ausnahmeregelung aber auch hier für H-Fahrzeuge.

Zusammenfassend ist das H-Kennzeichen nicht nur ein stolzes Symbol der Automobilgeschichte, sondern ein essenzielles Merkmal, das es Oldtimer-Fahrern erlaubt, ihre geliebten Klassiker auch im modernen Stadtverkehr zu präsentieren und die "Freie Fahrt in die Vergangenheit" tatsächlich zu erleben.

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