Das unsichtbare Problem: Wie Vitaminmangel Demenz beeinflusst
Ein Mangel an bestimmten Vitaminen wird als ein oft unterschätztes Risiko im Zusammenhang mit Demenz angesehen. Sekundäre Demenzen, die nur einen kleinen Prozentsatz aller Fälle ausmachen, können unter anderem durch Vitaminmangel ausgelöst und in manchen Fällen sogar geheilt werden, wenn der Mangel rechtzeitig erkannt wird. Auch wenn es kein einzelnes Vitamin gibt, das Demenz vollständig verhindert, deuten zahlreiche Studien darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen den kognitiven Abbau verlangsamen und das Demenzrisiko senken kann.
Welche Vitamine spielen eine Rolle?

B-Vitamine (insbesondere B6, B12 und Folsäure): Diese Vitamine sind entscheidend für die Nervengesundheit. Ein Mangel kann zu einem Anstieg des Homocystein-Spiegels im Blut führen, was als Risikofaktor für Demenz und Hirnschwund gilt. Studien zeigen, dass eine Supplementierung mit diesen Vitaminen den Hirnabbau bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen verlangsamen kann. Ein Vitamin-B12-Mangel ist eine bekannte, oft übersehene Ursache für eine reversible Demenz.
Vitamin D: Das sogenannte „Sonnenvitamin“ spielt eine wichtige Rolle für die Immunfunktion und schützende Mechanismen im Gehirn. Beobachtungsstudien legen nahe, dass ein Mangel das Risiko für Alzheimer deutlich erhöht. Eine große Studie konnte sogar eine um 40 % geringere Demenzrate bei älteren Menschen feststellen, die Vitamin-D-Präparate einnahmen.
Antioxidantien (Vitamin C und E): Diese Vitamine schützen die Zellen vor Schäden durch freie Radikale. Da die Gehirnzellen besonders empfindlich auf solche Schäden reagieren, könnte eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien den kognitiven Verfall verlangsamen. Die Forschung empfiehlt hier vor allem die Aufnahme über die Nahrung, da die positiven Effekte von isolierten Nahrungsergänzungsmitteln weniger belegt sind.
Wichtig ist zu verstehen, dass eine ausgewogene Ernährung mit einer Vielzahl dieser Nährstoffe der beste Weg ist, das Gehirn zu unterstützen. Ein Mangel kann durch einen Bluttest festgestellt und gezielt behandelt werden.
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