Langzeitfolgen beim Lippen aufspritzen mit Hyaluronsäure sind selten, aber möglich.

Häufige, vorübergehende Nebenwirkungen (in der Regel nach wenigen Tagen bis 2 Wochen abgeklungen):
Schwellungen: Normalerweise die häufigste Reaktion nach der Injektion, da der Körper auf den "Fremdstoff" reagiert und Flüssigkeit einlagert.
Rötungen und Blutergüsse (Hämatome): Durch die Injektionsnadel können kleine Blutgefäße verletzt werden.
Schmerzen oder Druckgefühl: An den Injektionsstellen oder in den Lippen.
Taubheitsgefühl: Oft durch das im Hyaluronprodukt enthaltene Anästhetikum.
Spannungsgefühl: Direkt nach der Behandlung.
Asymmetrien: Können direkt nach der Behandlung aufgrund von Schwellungen auftreten und sich mit dem Abschwellen verbessern.
Kleine Knötchen oder Verhärtungen: Diese können sich bilden, sind aber oft tastbar und nicht immer sichtbar. Sie können durch unregelmäßige Verteilung des Fillers oder eine Reaktion des Gewebes entstehen. Oft verschwinden sie von selbst oder können vom Behandler korrigiert werden.
Reaktivierung von Fieberbläschen (Herpes Simplex): Bei Personen, die zu Herpes neigen.
Seltenere, aber potenziell schwerwiegendere Langzeitfolgen und Komplikationen:
Granulome: Dies sind entzündliche Knötchen, die sich Monate oder sogar Jahre nach der Behandlung bilden können. Sie entstehen, wenn der Körper das Hyaluron als Fremdkörper erkennt und eine Immunreaktion darauf zeigt.
Überfüllung und Fillermigration (z.B. "Schlauchbootlippen" oder "Entenlippe"): Bei übermäßiger oder wiederholter Unterspritzung kann es zu einem unnatürlich aussehenden Volumen und/oder dazu kommen, dass der Filler in umliegendes Gewebe wandert. Dies kann die Lippen grob und die Kontur verwaschen aussehen lassen.
Allergische Reaktionen: Obwohl Hyaluronsäure ein körpereigener Stoff ist und synthetische Hyaluronsäure der natürlichen sehr ähnlich ist, sind allergische Reaktionen in seltenen Fällen möglich.
Infektionen: Wenn Bakterien in die Injektionsstelle gelangen, kann es zu Infektionen kommen, die eine medizinische Behandlung erfordern.
Gefäßverschluss (vaskulärer Verschluss): Dies ist eine sehr seltene, aber gefürchtete Komplikation. Wenn der Filler versehentlich in ein Blutgefäß injiziert wird, kann dies die Blutzufuhr zum umliegenden Gewebe blockieren und zum Absterben von Zellen (Nekrose) führen. Symptome sind starke Schmerzen, eine blasse oder bläulich-lila Verfärbung des Bereichs und ggf. eine verzögerte Rekapillarisierungszeit. Ein Gefäßverschluss erfordert sofortiges Handeln und die Injektion eines Enzyms (Hyaluronidase), das die Hyaluronsäure auflöst. Im schlimmsten Fall kann dies zu dauerhaften Schäden oder sogar Erblindung führen, wenn die Augenarterien betroffen sind.
Tyndall-Effekt: Ein bläulicher Schimmer, der entsteht, wenn Hyaluronsäure zu oberflächlich injiziert wird und das Licht anders gebrochen wird. Dies kann auch mit Hyaluronidase korrigiert werden.
Malares Ödem: Eine Flüssigkeitsansammlung im Wangenbereich, die auch verzögert auftreten kann.
Wie minimiert man das Risiko von Langzeitfolgen?
Das Risiko von Langzeitfolgen kann erheblich minimiert werden, wenn:
Die Behandlung von einem erfahrenen und qualifizierten Arzt oder Fachpersonal durchgeführt wird: Kenntnisse der Anatomie und des Komplikationsmanagements sind entscheidend.
Hochwertige, zugelassene Hyaluronsäure-Produkte verwendet werden.
Eine ausführliche Anamnese und Beratung vorab stattfindet: So können mögliche Risikofaktoren identifiziert werden.
Die Nachsorgeanweisungen genau befolgt werden: Dazu gehört das Kühlen der Lippen, das Vermeiden von übermäßiger Bewegung der Lippen, starker Hitze oder Kälte sowie Rauchen.
Obwohl Hyaluronsäure resorbierbar ist und vom Körper abgebaut wird, ist es wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein und eine Behandlung nur bei einem seriösen und erfahrenen Anbieter durchführen zu lassen.
Weiter Lesen
