Das Bad-Geheimnis: Warum alle plötzlich WC-Schaum statt Flüssigreiniger nutzen

Lange Zeit war die Reinigung der Toilette eine mühsame Angelegenheit: Flüssigreiniger ins Becken kippen, hoffen, dass er nicht sofort komplett abläuft, und dann mit der Bürste kräftig schrubben. Doch in den Regalen und sozialen Medien macht sich ein neuer Champion breit: Der WC-Aktivschaum. Aber was steckt hinter dem Hype? Ist es nur eine Spielerei oder das Ende der Klobürste, wie wir sie kennen?

Warum der Schaum dem Flüssigreiniger überlegen ist

Der Erfolg des WC-Schaums liegt nicht nur an der optisch beeindruckenden „Schaum-Explosion“, sondern an seiner physikalischen Wirkweise:

Die Anti-Schwerkraft-Wirkung: Flüssigreiniger folgen der Schwerkraft und fließen innerhalb von Sekunden in den Abfluss. Der Schaum hingegen dehnt sich aus und haftet fest an den Wänden – und zwar bis unter den Spülrand. Dort, wo sich Kalk und Urinstein am liebsten verstecken, entfaltet der Schaum seine volle Kraft über Minuten hinweg.

Selbstaktive Reinigung: Während man bei Gel-Reinigern oft mechanisch nachhelfen muss, arbeitet der Schaum „selbstaktiv“. Die feinen Bläschen platzen nach und nach auf und lösen Verschmutzungen durch chemische Energie, ohne dass man sofort schrubben muss.

360-Grad-Abdeckung: Da der Schaum beim Aufsteigen das gesamte Becken ausfüllt, erreicht er auch Stellen, die man mit der Bürste oder einem gezielten Strahl Flüssigreiniger kaum trifft.

Der Frische-Faktor: Schaum hat eine größere Oberfläche als Flüssigkeit, wodurch die Duftstoffe viel intensiver an die Raumluft abgegeben werden. Das Bad riecht sofort nach „frisch geputzt“.

Anwendung: So nutzt du den „Explosions-Effekt“ richtig

Um das beste Ergebnis zu erzielen, gibt es einen kleinen Trick:

Dosierung: Man gibt meist eine bestimmte Menge Pulver oder ein spezielles Spray in das (nicht zu volle) Wasser.

Der Aufstieg: Der Schaum steigt nun im Becken nach oben. Idealerweise lässt man ihn genau bis unter den Rand steigen und dort etwa 5 bis 10 Minuten einwirken.

Das Finale: Sobald der Schaum langsam in sich zusammenfällt, spült man einfach nach. Bei extremen Ablagerungen kurz mit der Bürste durchfahren – fertig.

Die Top-Anbieter: Wer hat den besten Schaum?

Wenn du den Trend selbst ausprobieren möchtest, hast du die Wahl zwischen verschiedenen Marken und Preisklassen:

1. Dr. Beckmann (Der Klassiker)

Der „WC-Aktivschau-Pulver“ von Dr. Beckmann ist wohl das bekannteste Produkt. Er kommt in praktischen Beuteln. Man schüttet das Pulver ins Wasser, und es entsteht sofort ein extrem hochsteigender, fester Schaum. Besonders effektiv gegen hartnäckigen Kalk.

2. Domestos (Das Kraftpaket)

Domestos bietet oft Sprüh-Varianten an (Power Foam). Diese eignen sich hervorragend, wenn man nicht das ganze Becken fluten, sondern gezielt unter dem Rand oder sogar auf dem Toilettensitz und den Armaturen reinigen möchte, da der Schaum extrem gut haftet.

3. Sagrotan (Hygiene-Fokus)

Hier steht die Desinfektion im Vordergrund. Der Schaum von Sagrotan entfernt 99,9 % der Bakterien und ist ideal für Haushalte, in denen maximale Keimfreiheit wichtig ist.

4. Eigenmarken (DM / Rossmann)

Die Drogerie-Eigenmarken wie Denkmit (DM) oder Domol (Rossmann) bieten preiswerte Alternativen zum Pulver von Dr. Beckmann an. Sie funktionieren nach demselben Prinzip und sind ideal für die wöchentliche Routinereinigung.

Fazit: WC-Schaum ist mehr als nur ein optisches Highlight für Putz-Videos. Er spart Zeit, schont den Rücken und reinigt an Stellen, die wir früher schlicht ignoriert haben.

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